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Friday 9th of June 2006
Der Ökonom Heiko Schwiderowski vom Afrika-Verein Hamburg sprach beim Heidelberger Namibia-Tag Anfang Mai über Namibia als Wirtschaftsstandort für ausländische Unternehmen. Schwiderowski war selbst einige Jahre in leitender Position bei ‚Namibia Pres & Tools Inter-national‘ in Walvis Bay tätig, einer Tochtergesellschaft der ‚Weser-Metall-Umformtechnik‘, weshalb er über deutsche Erfahrungen aus erster Hand berichten konnte. Die gute Infra-struktur Namibias, seine Informations- und Kommunikationstechnologie auf hohem Niveau, kompetente Logistik-Dienstleister sowie Rechts- und Steuerberatung auf erstem Weltniveau sprechen für das Land als Wirt-schaftsstandort. Die politische Stabili-tät garantiere dabei – so der Ökonom – Kontinuität und Rückhalt bei den politischen Ent-scheidungsträgern sowie Rechtssicher-heit. Auch die kurzen Entscheidungswege seien als positiv zu bewerten, so vor allem die Zusammenarbeit mit dem Investment-Center, „worüber alles läuft, z.B. auch die working permits". Man habe auch gute Erfahrungen mit den Mitarbeitern gemacht, die hoch motiviert seien, wenngleich die Qualifikation sehr gering sei. Obwohl – so führte Schwiderowski aus – Nambia alle Qualitätsstandards erfülle, sei das Land als Wirtschafts-standort unbekannt. Diese Einschätzung wird auch durch die stagnierenden Handelszahlen und Investitionen belegt. Mit dem Namen Nambia verbinde man – so hätten Befragungen ergeben – durchaus positive Faktoren wie Natur und Tourismus, aber eben auch eher negative Faktoren wie Aids, die Nähe zu Simbabwe oder Enteignung. Insbesondere die Berichte über die Landreform hätten große Auswir-kungen auf potentielle Investoren. Als weiteres Hemmnis für Investitionen führte der Ökonom das ‚Black Econo-mic Empowerment‘ an. Darüber hinaus habe Nambia einen sehr kleinen In-landsmarkt und die Transportkosten für die Ausfuhr von in Nambia produzierten Waren seien horrend wie auch die Transaktionskosten der Banken. Zudem würden abends die Grenzübergänge am Caprivi-Highway und am Trans-Kalahari-Highway geschlossen. Chancen für weiteres unterneh-merisches Engagement in Nambia sieht der Afrika-Experte vor allem in der Rohstoffverarbeitung, der Fischzucht, im Projekt ‚Kudu-Gasfeld‘ und weniger in Einmal-Aufträgen der Weltbank. Damit sich künftig mehr Unternehmen für den Standort Nambia entscheiden, sei es wichtig, potentielle Investoren mit Informationen zu versorgen. Hilfreich seien, so Heiko Schwiderowski, Transparenz bei der Landreform und eine Verknüpfung der Entwicklungspolitik mit Interessen des privaten Sektors. |
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