Pohamba gegen illegale Shebeens

Saturday 17th of June 2006
Brigitte Weidlich

Präsident Hifikepunye Pohamba hat erklärt, daß er kein Land von Trunken-bolden regieren wolle, er habe ,,ein Problem damit". Damit reagierte Pohamba scharf auf verschiedene Proteste an der Küste und im zentralen Norden von ungesetzlichen Schank-stubenbesitzern. Mehrmals hatten Demonstranten im Norden, die ihre polizeilich geschlossenen Buden wieder in Betrieb nehmen wollen, Petitionen an Behörden überreicht, begleitet von Rufen ,,Nieder mit Pohamba!" (,,Down Pohamba, down!")..

„Ihr ruft ,nieder mit Pohamba’, weil Pohamba Euch angeblich am Alkohol-verkauf hindert, aber es gibt eine kollektive Führung, nicht der einzelne regiert das Land, sondern die kollek-tive Regierung der SWAPO", sagte Pohamba am Wochenende bei der Eröffnung eines Gebäudes in Okongo bei Eenhana. ,,Ihr ruft ,nieder mit Pohamba’ weil Pohamba Euch daran hindert, daß Ihr dieses Land in eine Gesellschaft von Trunkenbolden ver-wandelt. Ich habe ein Problem damit, ein Land von Trunkenbolden zu regie-ren", erklärte das Staatsoberhaupt, ,,Alkohol kann unsere Gesellschaft zerstören".

Auf den Vorfall in Omuthya eingehend, wo die Polizei ebenfalls illegale Trinkstuben schloß und von empörten Besitzern und Kunden, darunter Soldaten und Polizisten (!) angegriffen wurde, drohte Präsident Pohamba: ,,Es muß klar sein – wer einen Polizisten oder Soldaten in Uniform sieht, der sieht die Regierung. Wird ein Soldat oder ein Polizist in Uniform ange-griffen, dann wird auch die Regierung angegriffen!"

Die gezielt angesetzten Proteste der Besitzer von illegalen Trinkstuben oder ,,Shebeens" in den letzten zwei Wochen, die medienwirksam immer von der staatlichen Fernsehanstalt begleitet wurden, verlangten, daß ihre Buden wieder geöffnet würden. In Swakopmund und Walfischbucht sowie Omuthya im Norden hat die Polizei mehrere Trinkstuben geschlossen. Eine wütende Frau brüllte, Präsident Pohamba sollte sich im Klaren sein, daß ,,95 Prozent der Shebeenbesitzer SWAPO-Mitglieder" seien. ,,Damit ist die Sache zum Politikum gewor-den", bedauerte Phil ya Nangoloh, Chef der Gesellschaft für Menschenrechte, ,,die Menschen machen Präsident Pohamba leider für ein Gesetz von 1998 verantwortlich".

Anm. d. Red.: Uns ist kein einziger Fall bekannt, wo Demonstranten seit 1990 gefordert hätten: „Nieder mit Nujoma!"

Uns ist kein einziger Fall bekannt, wo Demonstranten seit 1990 gefordert hätten: „Nieder mit Nujoma!"

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