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Thursday 3rd of August 2006 Es war einmal ... da schrieben Generationen von Schülern und Schülerinnen Aufsätze zum Thema: „Wenn ich einen Tag lang König/ Kaiser/ Regierungschef sein dürfte". Man träumte von viel Macht und Geld. Man würde einmal so richtig aufräumen, was schon lange abgeschafft oder eingeführt werden sollte... Kurz: ein richtiger Traumjob mußte her! - Damals! Aber nun stellt sich heraus, daß diese Generationen von Lehrern und Schülern keine Ahnung von echten Traumjobs hatten. Denn sonst würde das Thema lauten: Wenn ich einen Tag lang Abteilungsleiter in der Windhoeker Stadtverwaltung wäre! Na gut, NOCH ist die exorbitante Gehaltserhöhung ja nicht beschlossene Sache. Die Ratsmitglieder sollen 14 Tage länger darüber grübeln, nachdem der Entwurf vor der Juli-Sitzung keine 72 Stunden studiert werden konnte). Naja, dies ist ja auch (fast) ein Märchen. Denn die Ziffern sind so märchenhaft, die muß man sich mal auf der Kniescheibe zergehen lassen!Es gibt neun Abteilungsleiter. Und die sollen rückwirkend ab 1. Juli ganze 18 Prozent mehr Geld „verdienen". Damit bekommen sie dann monatlich (monatlich!) N$ 54 000. Also N$ 4000 mehr als unsere Minister. Plus Wohnungszulage von N$ 11 500 und eine Autolage von N$ 9 568 sind darin enthalten. Immerhin. Aber man kann für diese Zulagen ganz nette Autos besitzen - und schöne Wohn- bzw Badezimmer (mit Schampus-Jaccuzi usw.). Zur Begründung für derartigen Luxus wird betont, daß es seit 2004 keine Anpassung der „Verdienste" mehr gab. Leute, Leute! Umgekehrt: die Einwohner unseres unheimlich aus den Nähten platzenden Städtchens werden zur Kasse gebeten: Betriebe müssen „registriert" werden - und dafür einen Obolus entrichten. Macht ja nichts. Wir haben uns an ständiges und ununterbrochen zunehmendes Zahlen gewöhnt. Wir zahlen und zahlen. Und deshalb mag es (in unserem Märchen) wohl auch kritische Leute geben, die sich fragen: „Was geschieht in einem Privatunternehmen, wenn es kein Geld hat?" Na, wußten Sie‘s? Natürlich! Wer kein Geld hat, kann doch auch keine höheren Gehälter zahlen. Die Stadtverwaltung bildet eine Ausnahme. Dies ist ja auch soooo märchenhaft! |
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