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Verwundert über Französisch an der DHPS Friday 11th of August 2006 Mit Verwunderung habe ich dem AZ-Artikel vom 27. Juli 2006 auf Seite 3 entnommen, dass ab Beginn des kommenden Schuljahrs an der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS) eine Abteilung eingerichtet wird, an der Französisch als Unter-richtssprache dienen soll. Dieses Projekt der hiesigen Franzö-sischen Botschaft wird der namibi-schen Landeswirklichkeit und seiner Bewohner nicht gerecht. Hierdurch würde der Schule in unnötiger Weise der hergebrachte Charakter einer kulturell deutsch-geprägten Schule zumindest teilweise genommen. In keinem Land des kontinentalen südlichen Afrikas ist Französisch Amtssprache, eine der Amtssprachen oder besitzt auf andere Weise den Status einer anerkannten Landes-sprache. Die Nachfahren der französischen Hugenotten sind in der afrikaans-sprachigen Bevölkerung Südafrikas und Namibias aufgegangen. Nur die Familiennamen erinnern noch an ihre französische Herkunft. Anders steht es um die portugiesische Sprache in Namibia. Abertausende Angolaner mit Portugiesischkenntnissen und zahlreiche Portugiesen tragen zum Sprachenmosaik Namibias bei. Portugiesisch ist gleichsam nach Afrikaans, Deutsch und Englisch die vierte Landessprache. Diesem Umstand sollte auch in der Praxis der Sprachenpolitik für die Schulen Namibias gebührend Rechnung getragen werden. Ich verweise den Botschafter der Französischen Republik, S.E. M. Boissiere mit seinen Französisch-Sprachplänen an die Windhoeker Internationale Schule. Dort wird seiner Sprache bereits ausreichend Rechnung getragen. Auch an der DHPS besteht schon seit Jahren die Möglichkeit, das Unterrichtsfach Französisch als Fremdsprache zu wählen. Ferner bestehen am Französisch-Namibischen Kultur-zentrum (FNCC) in Windhoek zahl-reiche und vielfältige Möglichkeiten, die französische Sprache zu erlernen. Aber alles, was darüber hinausgeht, ist dem Geist des „Prestige de la France" zuzuschreiben und sprengt den Rahmen der Interessen der republik Namibia! In dem Bewußtsein, daß die franzö-sische Sprache in Afrika zwar zwischen Mauretanien und Kongo-Kinshasa den Status der Amtssprache oder einer der Amtssprachen besitzt, bleibt Französisch doch eine Sprache, die weltweit nur 78 Millionen Muttersprachler besitzt. Demgegen-über verfügt die portugiesische Sprache weltweit über mehr als 200 Millionen muttersprachliche Sprecher. Bei dem ehrgeizigen Projekt von M. l‘Ambassadeur Boissiere kommt dere Eindruck auf, als wolle Frankreich nach erfolgreichen Ansätzen französischer Sprachpolitik auf den Kapverdenm in Guinea-Bissau, Äquatorialguinea und auf Sao Tomé und Principe jetzt auch Namibia sprachlich durchdringen und perspektivisch zu einer eigenen Sprach-domäne (chasse gardee) aufbauen. Aus meiner Warte ist daher die Einführung des Französischen als Unterrichtssprache an der DHPS abzulehnen. Ein echtes Bedürfnis, dem Französischen diese herausragende Rolle einzuräumen, besteht nicht. Sollte die DHPS an dem Status einer Schule mit „multilingualem Unter-richt" ab Januar 2007 festhalten, schlage ich die Einrichtung einer portugiesischsprachigen Abteilung, die der geplanten französischsprachigen gleichkäme, vor. Ausschlaggebend für die Errichtung einer weiteren Sprachabteilung an der DHPS sollten die tatsächlichen sprachlichen Bedürfnisse und die wohlverstandenen Eigeninteressen Namibias und seiner Bevölkerung sein. Dabei muß das Prestigebedürfnis Frankreichs, das über die Erteilung von Französisch als Fremdsprache hinausgeht, zurücktreten. Mir erscheint das jüngst ausgedachte, hochfliegende Französisch-Projekt der DHPS unausgereift und nicht zu Ende gedacht zu sein. Bei neuen Überlegungen in diesem Zusam-menhang sollte der portugiesischen Sprache aus den o.g. Gründen ein gebührender Platz eingeräumt werden.
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