20. August: JHV der Swakopmunder Kunstvereinigung

Saturday 19th of August 2006
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JHV der Swakopmunder Kunstvereinigung am 20.August um 16.30 Uhr - und anschließend ein Vortrag über „Erotische Formen, kosmische Schwingungen".

Unmittelbar nach der Jahreshaupt-versammlung der Swakopmunder Kunstvereinigung in der Woer-mannhaus-Galerie wird Adelheid Lilienthal am 20.August einen Dia-Vortrag zu Leben und Werk der berühmten amerikanischen Künstlerin Georgia O’Keeffe halten. Man zählte sie zu den 50 interessantesten Frauen des 20.Jahrhunderts. Georgia O’Keeffe (1887-1985) entwickelte in ihrem langen Leben nicht nur ihre Kunst zu immer größerer Eigenständigkeit, sondern auch ihre Persönlichkeit. Adelheid Lilienthal lernte ihre Gemäl-de auf einer riesigen Retrospektive im Kunsthaus Zürich kennen.

Etliche Bilder haben einen Bezug zu Namibia, denn Georgia O’Keeffe verbrachte den zweiten Teil ihres Lebens in der Wüste, nahe der Stadt Santa Fe. Die kargen Berge, die großen Flächen und das Licht führten zu radikaler Vereinfachung ihrer Bildideen, zu surrealen Elementen und letztlich der Reduktion auf das Wesentliche und Überzeitliche.

Vorher lebte Georgia O’Keeffe mitten im Hochhäusermeer New Yorks, das auch zunächst ihr künstlerisches Thema war. Der bedeutende avantgardistische Fotograf Alfred Stieglitz, den sie heiratete, "erkundete die Feminimität ihres überschlanken Körpers mit der Kamera". Die in seiner eigenen Galerie ausgestellten Aktfotos von Georgia O’Keeffe erregten Aufsehen, aber auch Empörung.

Bei Urlaubsaufenthalten auf dem Land entdeckte Georgia O’Keeffe den Mikrokosmos der Natur. Ihren künstlerischen Durchbruch erlangte sie mit ihren überdimensionierten, opulenten Blütendarstellungen. Es sind keine Blumenbilder im üblichen dekorativen Sinne, sondern sie ver-mitteln intime Einblicke in die Schönheit des Kelchinneren, in die dramatische Entfaltung des Pflanzen-lebens zwischen fragilen, leuchtenden Blütenblättern.

Die puritanische amerikanische Presse bezeichnete ihre schwellenden, monumentalen Formen als eindeutig erotisch, was sicher zur Berühmtheit der Künstlerin beitrug. Bereits ab 1920 bewunderte man international die Klarheit und besondere Åsthetik ihrer fast abstrakten Kompositionen, die organische Linienführung und die expressive Farbigkeit mit dem romantisch-meditativen Grundton und thematisch die Darstellung des dynamischen Wachsens und Verklin-gens allen Lebens.. Auch ihre herbe, eigenwillige Persönlichkeit, ihr Kleidungsstil erregten Aufmerk-samkeit. Sie wurde zur Kultfigur der Femministinnen, obwohl sie nie der Frauenbewegung angehört hatte.

Auf ihrer Ghost Ranch in der Wüste wurde Georgia O’Keeffe von namhaften Künstlern und Intellektuellen besucht. In hohem Alter unternahm sie weltweite Reisen. Ihre Eindrücke aus der Höhe des Flugzeugs inspirierten sie zu riesigen Bildkompositionen in äusserster Vereinfachung und zu einer Abstraktion, die ins Transzendente tendiert.

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