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Thursday 5th of June 2003 Fast täglich fährt Premierminister Theo-Ben Gurirab die Mugabe-Straße entlang. Dabei wird er irgendwann ins Grübeln gekommen sein, denn vor 22 Gesandten, die zu der Botschafterkonferenz angereist sind, kritisiert er die Rat- und Kopflosigkeit afrikanischer Führer. Afrika steht schwach da. Nach der „triumphalen" Gründung der Afrikanischen Union und der Nepad-Initiative verplempern Afrikas Führer wertvolle Zeit auf sinnlosen Konferenzen. Und so weiter und so weiter. Immerhin war Theo-Ben kurz davor, Generalsekretär der neuen Afrika Union zu werden! Seine Kritik muß ernst genommen werden. Die interessante Rede kann man in voller Länge wortwörtlich auf der PLUS-Website (www.namibiaplus.com) nachlesen. Wir betrachten sie als wichtig genug... Was unser Ministerpräsident jedoch im einzelnen sagt, ist nicht neu. Die Zahlungsmoral der AU-Mitglieder zum Beispiel. Darauf geht er realistisch und gründlich ein, denn Namibia ist eines der wenigen Länder, die man nicht als „säumige Beitragszahler" bezeichnen kann. Premier Gurirab hätte jedoch einige andere Themen anrühren können: Simbabwe etwa. Das Land ist auch SADCC-Mitglied. Und unser Nachbar. Es blutet aus, während fast alle wegschauen. Man möchte glauben, daß Herr Gurirab nicht gern die Mugabe-Avenue entlang fährt... Oder - und das ist vielleicht noch viel wichtiger: Wie ist es im allgemeinen um demokratische Toleranz, bzw. Versöhnung bestellt? Wenn die Ein-Mann-Partei MAG im Parlament nicht einmal zu Wort kommt oder vor Beendigung seiner Rede totgebrüllt wird, tut einem Koos Pretorius zwar leid (auch seine Rede, die nicht gehalten wurde, wird auf unsere Website kommen!). Aber noch mehr fürchtet man um das Niveau unserer politischen Elite: Was für Zustände herrschen im Parlament, wenn sich nicht einmal der Speaker ordnend einschalten kann?! Man mag über die Auswüchse in Demokratien schmunzeln, die über Jahrhunderte gewachsen sind. Man kann jedoch nicht übersehen, daß Namibia eine sonderbare Form des demokratischen Miteinanders probt: Demokratie ist wohl nur gut, solange sie der eigenen Partei nützt. Wer die Partei kritisiert oder ihr sogar den Rücken kehrt, ist nicht loyal... eben der Partei gegenüber. Nicht dem Lande und seinen demokratischen Strukturen loyal, sondern rein nur der Partei. Schließlich vergibt die Partei wichtige Posten (und das ist an sich doch nicht etwa diskriminierend oder Einschüchterung, oder?). Dem Interimsparlament vor der Unabhängigkeit Namibias hat man ständig (zu Recht) vorgeworfen, es sei eine Quasselbude. Wozu ist dann unsere Nationalversammlung aus gewählten, verantwortlichen Volksvertretern degradiert? Das kann PM Gurirab ruhig auch den 22 Gesandten mitteilen! |
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Plus online by Plus Weekly |
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