So sicher war unsere Jugend noch nie!

Friday 8th of September 2006
Hans Feddersen

Was eine „Fan-Meile" ist, weiß man spätestens seit der Fußball-WM, als sich Fans in Berlin am Bitburger Tor (Entschuldigung: natürlich am Brandenburger Tor) versammelten. Die Sicherheits-maßnahmen waren durchaus nötig. Man hört ja jetzt, daß so genannte Koffersprengstoff-Attentäter ursprünglich ihre Anschläge auf die Bahnhöfe schon während der WM ausüben wollten. - Am Freitagabend hatte Windhoek seine eigene „Fan-Meile" - mit einem großen Polizei-Aufgebot. Das Ausstellungsgelände war abgeriegelt. Nicht nur für InLine Hockeyspieler, die trainieren wollten.. nein, die internationale Wissenschafts-Expo der Jugendlichen fand ihren würdigen Abschluß. Und wen hatte man als Gastredner eingeladen? Richtig: den Gründervater. Und der muß natürlich extrem geschützt werden. Auch wenn sich der Beginn der Preisverleihungs-Veran-staltung dadurch enorm verzögert. Da müssen Frauen ihre Armreifen und Ohrringe ablegen, die jungen Herren konnten den Detektor nur passieren, wenn sie ihren Gürtel abgelegt hatten (wegen der Schnallen). Manchmal hatte man das Gefühl, daß die Sicherheits-kräfte (auch jene, die das Gelände in gewissem Abstand bewaffnet patrouillierten) ihren mächtigen Status richtig genossen: Den Jugendlichen konnten sie deutlich Respekt einflößen. Dann wieder zeigten sie eine recht menschliche Seite: Ab und zu durften 10 Damen ohne Kontrolle den Eingang passieren. Wenig später waren dann auch mal 10 junge Herren dran, die ohne ihre Gürtel abzulegen durch den Eingang durften. Wie gesagt: Man hat ja Verständnis für solche Maßnahmen, denn es könnte durchaus sein, daß jemand etwas gegen unseren Gründervater im Schilde führt. Und Zeitverzö-gerungen nimmt man in Namibia in Kauf - im Geiste der Versöhnung zwischen unnötiger Hektik und afrikanischer Zeit (die man doch immer haben muß). Dennoch sei ein vorsichtiger Vorschlag an unsere Sicherheitsdienste erlaubt: Könnte man den Beamten bzw Beamtinnen nicht beibringen, daß Journalisten heutzutage meist mit Digitalkameras ausgerüstet sind - und da erübrigt sich eigentlich der Auftrag: „Öffnen Sie doch bitte mal die Kamera!" (weil sie den Film sehen wollen, oder weshalb?) Bei allem Verständnis... dieser Befehl wirkt lächerlich! Allerdings erinnert das an Zollbeamte, denen man vor etwa 16 Jahren erklären mußte, daß „Gift" nicht „poison", sondern ein Geschenk meinte!

back
 

Plus online by Plus Weekly
Publisher: Feddersen Publications cc.
email : info@namibiaplus.com
Tel: +264 (0)61 233635
Fax: +264 (0)61 230478
P.O.Box 21506
Windhoek
Namibia