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Seminar über Kolonialverbrechen Saturday 23rd of September 2006 DIE LINKE. und die Rosa-Luxemburg-Stiftung laden ein zum Seminar: Deut-sche Kolonialverbrechen – Wie kann Wiedergutmachung für die Herero und Nama aussehen? Das Seminar findet am 13. und 14. Oktober 2006 in Berlin (Rosa-Luxemburg-Stiftung) statt. Auf der Einladung steht als Hinter-grund folgendes: Zwischen 1904 und 1908 verübten die Kolonialtruppen des deutschen Kaiser-reichs im damaligen Deutsch-Südwest-afrika, dem heutigen Namibia, an den Herero und Nama einen Völkermord. Nach Schätzungen von Historikern könnten bis zu 80 Prozent der Herero und 50 Prozent der Nama dem Vernichtungsfeldzug der damaligen deutschen „Schutztruppe" zum Opfer gefallen sein. Auch wenn diese Zahlen strittig sind, besteht am grundsätz-lichen Motiv der Vernichtung keiner-lei Zweifel. Unstrittig ist, dass der deutsche Generalstab in Berlin die Methoden der Kriegsführung billigte". Dass die deutschen Kolonialkriege „wenig im historischen Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind", sei wesentlich auf eine offizielle Politik des Schweigens zurückzuführen. „Weder die Bundesregierung, noch der Bundestag hat jemals den Völkermord offiziell anerkannt". Entwicklungsministerin Heidi Wieczorek-Zeul erinnerte 2004 in Namibia in einer Aufsehen erregenden Rede an den Schießbefehl des kommandie-renden Generals von Trotha, und nannte den Völkermord beim Namen. „Doch zur Enttäuschung der Nachfahren der Betroffenen ist seit her wenig bis gar nichts passiert. Wir halten diese Politik der offiziellen Verdrängung für nicht hinnehmbar". Die Weigerung der deutschen Regie-rung, in einen Dialog mit den Vertre-tern der Herero und Nama über die offenen Fragen der Wiedergutmachung zu treten, wird mit zahlreichen Argumenten begründet, heißt es weiter. So erhalte Namibia heute mehr Ent-wicklungshilfe pro Kopf als jedes andere Land. Die Ereignisse lägen sehr weit zurück. Immerhin muß man zugeben, daß sich im Übrigen die Vertreter der Herero selbst nicht einig seien: Während ein Teil unter Herero-Chief Riruako die Bundesregierung und drei deutsche Unternehmen vor amerikanischen Gerichten auf Milliar-den verklagt, lehnen andere traditionelle Führer diesen Weg ab. Auszug aus dem Programm Deutsche Kolonialverbrechen – Wie kann Wiedergutmachung für die Herero und Nama aussehen? Freitag, 13. Oktober 2006 - Moderation: Frank Renken Uazuvara E. Katjivena (Arendal/Norwegen): Das Recht der Herero und Nama auf Wiedergutmachung Samstag, 14. Oktober 2006 - Moderation: Almut Hielscher Malte Jaguttis (Hamburg): Rechtliche Aspekte des Anspruchs der Herero und Nama auf Reparationen Deutsche Kolonialverbrechen – Wie kann Wiedergutmachung für die Herero und Nama aussehen? Rolf-Henning Hintze (München): Wie es 2004 zur Entschuldigungsrede von Entwicklungsministerin Wiec-zorek-Zeul kam, was seither geschah und ausblieb Arnold Tjihuiko, Parlamentsabge-ordneter der NUDO (Windhoek) und Rudolf Hongoze, Sekretär der „Royal Houses" (Windhoek): Differierende Ansichten zur Wiedergutmachung Henning Melber (Uppsala): Umgang mit dem Völkermord an den Herero und Nama in Deutschland Reinhart Kößler (Münster): Wie können die Nama und Damara in die Wiedergutmachung einbezogen werden? Diskussion mit Hüseyin Aydin (MdB); Vertreter der Kirche (er hatte am Hererotag teilgenommen): Wie könnte Wiedergutmachung für die Herero und Nama aussehen ? |
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