Immer besser, immer schöner!

Saturday 30th of September 2006
Hans Feddersen

Oft genug haben wir die Landesausstellung, unsere Windhoeker Messe, als Schaufenster und Spiegel der namibischen Gesellschaft bezeichnet. Einmal mehr eröffnet die „Show" ihre Türen. Und wieder einmal posaunen die Veranstalter in alle Welt hinaus, wie toll die Messe diesmal wieder werden soll. Nein, es wird keinen Flohmarkt geben. Naja, Kosmetik, Gesundheit und Schönheit sind doch wichtige Aspekte... Kleidung und Textilien sollen her... Die Ausstellung wird ein „ganz besonderes Flair" haben. Ein neuer, attraktiver Eingang in der Bell-Straße soll die Besucher auf das Großereignis ein-stimmen. Dieser Besucher kann z.B. auch unter freiem Himmel auf der neuen „Plaza" seine Erfrischungen genießen. Und den ganzen Tag hindurch werden Live-Bands für Musik im großen Zelt sorgen. Auch die Auswahl an delikatem Essen soll vergrößert worden sein. Und dann gibt es noch den Hubschrauber von Radio Kosmos, mit dem man über das Gelände fliegen kann. Ganz, ganz toll also! Da die Ausstellung „erzieherischen Wert" hat, sollen Schulen ihre Schüler schicken (Gruppen zahlen nur N$ 5 Eintritt pro Person, ansonsten zahlen Kinder N$ 15 und Erwachsene N$ 20). Kinder sollen Tiere sehen. Und manche Stände werden wohl auch die Öffentlichkeit informieren (teilweise mt belanglosen Informationen)... Und Künstler werden ihre Werke ausstellen. Viel los! Nicht zu vergessen: das Feuerwerk am Donnerstag (Leute, sperrt Eure Hunde ein!). Wer die Show als Spiegel unserer Gesellschaft sehen möchte, könnte daraus schließen, daß alles wunderschön ist! Die Ausstellung ist wie guter Wein, der keiner Werbung bedarf. Denn die Vorarbeit der Veranstalter war in diesem Jahr ausgesprochen chaotisch und schockierend. Man konzentrierte sich in der Medienarbeit auf die Broschüre der staatlichen „New Era". Und man appelliert an die Aussteller, ihre Stände möglichst schön zu gestalten, damit die Show attraktiv wird. Das mußte reichen. Bis zum Eröffnungstag mangelt es an Informa-tionen und Presseausweisen. Und wer die Tendenz der vergangenen Jahre im Blick hat, wird skeptisch. Denn: Die Ausstellung ist nicht mehr, was sie mal war. Aber vielleicht ist ja auch Namibia nicht mehr, was es mal war.

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