50 Jahre Förderung der Deutschen Sprache und Kultur

Saturday 30th of September 2006
PLUS-Anja

k. In seinem Jahresbericht blickte Dieter Springer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schulvereine (AGDS) auf „ein halbes Jahrhundert Dienst für die heranwachsende Jugend" zurück. Als Zusammenschluss der drei deutschen Privatschulen in Windhoek, Lüderitzbucht und Karibib 1956 gegründet, wurden bis 1975 „die Interessen aller Schüler an deutschen Regierungsschulen und Abteilungen sowie an deutschen Privatschulen durch die Dachorganisationen vertreten". Erklärtes Ziel der Dachorganisation ist es die gemeinsamen Interessen der beteiligten Vereine, wie den Erhalt und die Förderung der deutschen Sprache und Kultur, effektiver vertreten zu können. Zentrale Aufgabengebiete waren bzw. sind vor allem die Förderung der Aus- und Fortbildung von deutschsprachigen Lehrkräften und sozialpädagogisch geschultem Heimpersonal, der Erhalt und der Ausbau von Deutsch als Unterrichtssprache und Schulfach an staatlichen Schulen, sowie die Förderung deutscher Privatschulen.

„Bleibt festzuhalten, dass man sich seit langem im Großen und Ganzen pragmatisch und verständnisvoll mit der ‚neuen Zeit’ arrangiert hat, ohne allerdings Einzelheiten kommentarlos hinzunehmen", resümierte Dieter Springer die Arbeit der Dachorganisation in den letzten Jahren in seinem Jahresbericht. In diesem Zusammenhang verwies Dieter Springer auf eine Reihe an Hürden, die nach der Unabhängigkeit Namibias für die AGDS zu überwinden waren. „Fast über Nacht stand das Schulsystem in Namibia vor enormen Änderungen und es war völlig offen, ob neben der Abschaffung der Staatsschulen für Weiße, der Neuverteilung von Finanzmitteln und der Überprüfung Deutscher Abteilungen auch Deutsch als Unterrichtssprache betroffen sein würde", erklärte Dieter Springer die schwierigen Aufgaben. Die Mitglieder waren mit einem Rückgang der verfügbaren Finanzmittel und der Anzahl an Lehrern bei gleichzeitig steigenden Schülerzahlen konfrontiert und auch der finanzielle und personelle Bestand der fünf neugegründeten Privatschulen war nicht sicher. Zudem galt es die Neuaufnahme der verschiedensten Sprachgruppen zu meistern. Dank der Unterstützung von mehr als 500 Einzelmitgliedern ist es gelungen schon vor der Unabhängigkeit einige Rücklagen zu bilden, wodurch den Mitgliedvereinen der Übergang in das neue System erleichtert werden konnte. Neben zahlreichen Veränderungen der politischen Machtverhältnisse, die immer auch zu Änderungen im Schulsystem führten, nahm er damit auch Bezug auf den Rückgang der finanziellen und personellen Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland. Die in den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit sehr großzügige Förderung, ist inzwischen „dem ‚Rotstift’ zum Opfer gefallen", erklärte Dieter Springer die heutige Situation. Doch während sich Deutschland immer mehr zurückgezogen hat, engagiert sich Frankreich zunehmend in der Kultur- und Sprachförderung in Namibia, obwohl Frankreich, im Gegensatz zu Deutschland, keine historische Beziehung zu Namibia hat. Diese Situation spiegelt sich auch an den Schülerzahlen in beiden Sprachfächern wieder. So haben im vergangenen Jahr etwa 250 Kinder eine Abschlussprüfung im Fach Französisch abgelegt, während nur 330 eine Prüfung im Fach Deutsch geschrieben haben.

Vor allem die Aus- und Fortbildung von deutschsprachigen Lehrern konnte intensiviert werden. So wurde auch in diesem Jahr wieder eine Fortbildungstagung in Arandis organisiert. Mit dem, von zwölf Referenten gestaltetem, Fortbildungsprogramm wurden neben Lehrkräften an Grund- und weiterführenden Schulen, auch Heimerzieher und Kindergartenbetreuer angesprochen. Auch werden derzeit dreizehn Studenten, die sich auf den Lehrerberuf vorbereiten, mit einem Stipendium der AGDS unterstützt. „Dies ist die größte Anzahl von deutschsprechenden Schulabgängern, die jemals gleichzeitig unterstützt wurde", freute sich Dieter Springer über die erweiterten Förderungsmöglichkeiten. Diese Entwicklung ist von zentraler Bedeutung, da in den kommenden Jahren zahlreiche Lehrer aus dem Schulbetrieb ausscheiden werden.

Seitens der Mitgliedsvereine konnten zahlreiche Projekte fortgeführt oder auch neu initiiert werden. So werden am 30. September 2006 erneut „verdiente Lehrkräfte" im Rahmen des Projektes „Lilie" für ihren besonderen Einsatz ausgezeichnet. Auch der Horst Kreft-Vorlesewettbewerb für Schüler der Klassen 3 + 4, sowie 5 + 6 und der Kurt Böhme Rednerwettbewerb für Jugendliche der Klassen 8 und 11, konnten in diesem Jahr wieder realisiert werden. Zudem konnten die Mitgliedsschulen und Schülerheime erneut eine Reihe außerschulischer Aktivitäten, wie den „traditionellen Basar", den „Frühlingstanz" oder die Theateraufführung der „Zauberflöte" organisieren. Auch der Schüleraustausch zwischen Namibia und Deutschland, der in Zusammenarbeit mit dem Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland organisiert wird, konnte fortgeführt werden.

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