Spenden für die Partei (6.10.2006)

Monday 11th of December 2006
Hans Feddersen
Es war einmal... ein PLUS-Kommentar, der sich im Nachhinein als völlig falsch erwies. Darin ging es um die hohen Kosten für den autobiografischen, die gesamte Geschichte unseres Erdteils zurecht rückenden Film „Where Others Wavered“ und wir wagten die Behauptung, daß die Herstellung des Zelluloid-Streifens zu teuer wird. Als Lösung dachten wir an Spenden aus Privat-wirtschaft und der Partei des im Film dargestellten Helden.
Wir haben uns getäuscht!
Der Film ist zwar noch nicht fertig, aber die Spenden blieben wohl aus. Oder: Bevor genug Geld für das Hel-denepos floß, werden schon wieder Spenden verlangt: für die Partei. Damit sie ein Grundstück an der Ecke Rand- und Papawerstraße (3726 Quadratmeter groß, N$ 682 700 teuer)  - und später die darauf geplante Geschäftsstelle für die Khomas-Region - bezahlen kann.
Denn wer glaubt schon, daß die Windhoeker Stadtverwaltung ohne Ende Grundstücke (wie für Ramatex oder den Staatspontok) dauernd verschenkt, sobald die Partei es wünscht!?? Das geht doch nicht!!
Umso mehr freuen wir uns über die Spenden, die beim Galaabend am vergangenen Donnerstag zusammen kamen. Spontan wurden (auch mit Hilfe einer Versteigerung) N$ 635 000 gesammelt! Bravo!
Zwei Aktenkoffer von Nujoma brachten je N$ 2750 ein, eine Akten-tasche sogar N$ 5000.
Eine Zwischenfrage: Hatte der König von Swaziland die lederne Schreib-mappe damals der Person Nujo-ma oder dem Staatsoberhaupt von Namibia geschenkt? Sie wurde jeden-falls auch (für N$ 800) versteigert. Regionalrätin Shaningwa (N$ 5000), Arbeitsminister Kapanda (N$ 6500), First Lady Penexupifo Pohamba schenkte N$ 8000, Familie Hage Geingob sogar N$ 10 000. Dr Shivute (NamWater) zahlte gern N$ 20 000 - und auch einige Unternehmen leisteten sich „politi-sches Networking“ zu einem hohen Preis. Trustco hat ja wohl die N$ 20 000, die diese Firma versprach. Prowealth bestimmt auch. Aber die Agribank? Die war doch noch vor wenigen Monaten in tiefroten Zahlen?!
Spendete aber N$ 20 000! Die Sachspenden von zwei Zementfirmen (Zement im wert von N$ 100 000 bzw N$ 150 000) sind verständlich, auch wenn man hier schon schnuppert, daß Parteispenden wohl doch die Politiker beeinflussen möchten, von denen eventuell Arbeitsaufträge ausgehen könnten...
Eine ganz besondere art der Spendenfreudigkeit trat an diesem Galaabend zutage: Die Botschaft von China versprach N$ 8000, Angolas Vertretung N$ 15 000 und - die Vertretung der Ägypter sogar N$ 36 000 - den höchsten Bargeld-Betrag an diesem Abend!
Wir wollen diesen Vertretungen ewig dankbar sein.
Wir wollen immer daran denken, daß sie in ihrer Heimat Rechenschaft ablegen müssen - darüber, was sie mit Steuergeldern  gemacht haben. Die Erklärungen, wie dieses Geld „trans-parent und fruchttragend“ investiert wurde, hätten wir gern die amtlichen Schriftstücke mal eingesehen...
Denn eines steht fest: Namibia braucht eine starke Partei mit ent-sprechend starken Machtsymbolen. Wer kann sich als Oppositionspartei schon ein Grundstück für N$ 680 000 leisten? Wohlgemerkt: für nur eine der 13 Regionen!
Es kam eine Menge an Spenden, Parteispenden!, zusammen. Gut so, denn man sollte auch mal an den Albtraum denken, der unserer Regie-renden Partei  schlaflose Nächte bereiten würde, wenn sie eigenes Geld für „nationale Symbole“ aus-schütten müßte! Kaum auszudenken!
Interessant ist solch ein Galaabend allemal:
Hier darf man eine Art Wertbörse ablesen: zwei Flaschen Wein mit Nujomas und Pohambas Autogrammen gingen für N$ 6000 und N$ 6200 an neue Besitzer, die Original-Rede Nujomas zum Unab-hängigkeit am 21. März 1990 war dem Käufer N$ 6200 wert. Dann gab es noch ein Polohemd, das der Gründer-vater bei der Rückkehr aus dem Exil getragen hatte (für N$ 3 250, aber nicht als Hemd allein, sondern mit dazu gehörender Krawatte!)

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