Es riecht... nach Korruption (6.10.2006)

Monday 11th of December 2006
Hans Feddersen
Es war einmal eine Kolonie namens Wlotzkasbaken. Die Einwohner (und Eigentümer - eigentlich Pächter -  von 110 Grundstücken ohne feste Strukturen) hatten irgendwann im Laufe der Geschichte zugestimmt, daß ihre Pachtverträge nicht mehr über 99 Jahre, auch nicht mehr über 10 Jahre gingen, sondern plötzlich nur noch von Jahr zu Jahr erneuert werden mußten. Man lebte in den Tag hinein. Man lebte schließlich meistens im Urlaub und bei bester Laune in Wlotzkasbaken..., während andere schon längst Plöne schmiedeten, wie man mit 148 neuen, zusätzlichen Grundstücken aus der beliebten Feriensiedlung einen Ort machen könnte. Diese anderen gehörten dem Regionalrat an, der die Feriensiedlung „entwickeln“ wollte. Aber auch anderen Regierungsebenen. Und sie legten großen Wert darauf, daß die bisherigen Pächter ganz klar erkennen sollten, WER hier das Sagen hat: der Gouverneur (er ist ja nicht irgendwer) und seine Auserwählten (die sind ja auch nicht irgendwer).  Als dann auch noch klar wurde, daß gewisse Grundstücke nicht etwa auf einer öffentlichen Versteigerung angeboten werden sollten, weil sie vermutlich „schon unter der Hand“ verteilt worden waren,  kam irgendwann „langsam aber intensiv“ das Gefühl auf, hier wolle sich jemand in einer mächtigen Position mit entsprechendem Zugang zu Geld die Rosinen aus dem Kuchen picken. Wer ganz weit in die Zukunft blicken wollte, stellte gar fest, daß eine funktionstüchtige Kanalisation auf dem felsigen Untergrund kaum zu konstruieren sei. Also sollen Sickergruben her. Und die riechen nach Gesundheitsrisiko. Überhaupt: riechen...? Das, was hier in Schilda (hoppla: das sollte natürlich Wlotzkasbaken heißen), also: was hier abläuft, das riecht - wenigstens ein bißchen. Nach Korruption nämlich. Wenn ein neuer Ort mit neuen Grundstücken entstehen soll, dann könnte man doch die Grundstücke zumindest auf einer öffentlichen Versteigerung zum Kauf anbieten. Oder? Aber dann gibt es ja noch die Liste mit 20 Namen zukünftigerGrundstücksbesitzer. Alles ehemals Benachteiligte. Man gönnt sich ja sonst nichts (oder nicht gerade viel). Also warum dann nicht gleich ein Grundstück in Wlotzkasbaken. „Wer sich nicht fügen will, kann gehen“. Basta!

back
 

Plus online by Plus Weekly
Publisher: Feddersen Publications cc.
email : info@namibiaplus.com
Tel: +264 (0)61 233635
Fax: +264 (0)61 230478
P.O.Box 21506
Windhoek
Namibia