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Thursday 21st of December 2006 Im Zuge der Globa-lisierung treffen verschie-dene Kulturen aufeinander, die sich möglicherweise auch an einander orien-tieren möchten. back So war es lange das Privi-leg der Juden, sich im Rahmen des Holocaust als alleinige Opfer zu betrach-ten. Dieser Status wird ihnen inzwischen von zum Beispiel Afrika-nern (Herero, die von Wiedergutma-chung zu sprechen anfangen?) streitig gemacht. Auf dieses Phänomen hat der jüdische Historiker Dan Diner hingewiesen, der in einer Rede über die bevorstehende Konkurrenz zwischen Juden und Afrikanern Stellung nahm. Diner spricht den Juden mehr Recht auf den Opferkult zu als anderen Gruppen. Er ist der Meinung, daß der Opferstatus daran gemessen werden müsse, ob er sich „positiv auf die Zukunft“ aus-wirke. Der jüdische Opferkult würde - im Gegensatz zu anderen - „die Vernunft, den Liberalismus und die Aufklärung befördern“. Seiner Meinung nach fehlt die Zukunftsper-spektive anderen Gruppen. Dan Diner wörtlich: „ Für diese Ten-denz steht die anschwellend erkennbar werdende Gegenläufigkeit zwischen der für Europa, aber auch für den weiteren Westen geltenden Erinne-rungen an den Zweiten Weltkrieg mit dem Holocaust als dessen Gedächt-niskern einerseits und den zunehmend selbstbewußt sich artikulierenden Erinnerungen der kolonialen Opfer der überseeischen europäischen Expansion andererseits.” Mit diesem Zitat wollen wir keines-wegs einen Bogen zur Konferenz in Teheran - oder zu irgendeiner Gegen-konferenz auf deutschen Boden spannen, obwohl es diese Möglichkeiten geben könnte. Hier soll es einfach darum gehen, daß in Zukunft auch andere Gruppen auf einen „Holocaust“ oder „Völkermord“ hinweisen könnten, den sie im Laufe ihrer Geschichte erleben mußten. Die Opfer ver-langen dann Wiedergut-machung. Und es ist noch nicht abzusehen, wo diese Kettenreaktion einst en-den wird. Dan Diners Versuch, eine Ausrichtung auf Vergangenheit bzw. zukünftige Entwicklungen geistiger Befreiung zur Grundlage zu erklären, leuchtet nicht ganz ein: Warum soll nicht auch die Forderung von Indianern, Aboriginees und Hereros eine zukunftsgerichtete Erlösung oder Liberalisierung einläuten? Die Argumentation ist zwar neu, aber auf wackligem Fundament gebaut! Frohe Weihnachten Dies ist die letzte Ausgabe der PLUS vor Weihnachten 2006. Wir möchten allen danken, die zum Gelingen des Konzepts weiterhin beitragen, vor allem den Anzeigenkunden! Gleich-zeitig wünschen wir allen ein frohes Fest und besinnliche Urlaubstage - sowie den Guten Rutsch! Traurig stimmt uns, daß Weihnachten angesichts der Ausbreitung anderer Religionen (v.a. Islam) an Bedeutung verliert. Da verbieten Kindergärten in Wien den Nikolaus und Weih-nachtsfeiern aus Rücksicht auf Mus-lime. In England wird der Advent so „zahm“ gestaltet, daß keine echte Vorfreude aufkommen mag. Auch in Stuttgart verzichten christliche Kin-dergärten auf eine Weihnachtsfeier, weil „den andersgläubigen Kindern oder deren Eltern der Wert des Weih-nachtsfestes nicht oder nur sehr schwer zu vermitteln“ sei. Ein Verhalten, das bei uns auf wenig Verständnis stößt. Ist Europa tat-sächlich der sterbende Kontinent? Angesichts der ständigen Umwertung der Werte und Traditionen sollte man vielleicht den dicken Schinken von Oswald Spengler hervorziehen: „Vom Untergang des Abendlandes“. Wie gesagt: Man braucht Zeit dafür, aber beim Angeln hat man doch etwas mehr Zeit als sonst? Frohe Festtage! |
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