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Kriegsgräberfürsorge in Namibia Saturday 27th of January 2007 Januar. Saure Gurken-Zeit? Nix los. Na gut, die Gewerkschaften sorgen für Wirbel. Dann taucht ein Dokument auf, wonach der Swapo-Chef 1960 dem Mishake Muyongo wohl doch versprochen hat, daß Caprivi eine Republik werden könnte, wenn... back Und die Chinesen machen langsam Ernst: der ganz große Chef will sogar Namibia besuchen. Ob er Anfang Februar jedoch schon im neuen Staatspalast empfangen werden kann? Leise Zweifel scheinen berechtigt... Nun gibt es aber immer wieder Vereine und Initiativen, die keineswegs im Rampenlicht stehen. Wenn es die Saure Gurken-Zeit wirklich gibt, warum kümmert sich dann niemand um solche Gruppen? Ziehen wir mal die Kriegsgräberfür-sorge heran, genauer: ihr letztes Protokoll, so ergeben sich interessante, fast schon abenteuerliche Meldungen. So muß wegen der Grabstätte Naulila ein Arbeitspermit bei der angola-nischen Botschaft beantragt werden, damit die Werkzeuge für die Restau-rierung über die Grenze genommen werden dürfen. Und sogar der Denkmalschutz in Portugal wurde um Unterstützung gebeten. Dann heißt es: „Wir sollten die Kriegsgräber-fürsorge-Schilder für die Fahrt nach Angola ans Auto anbringen“. Oft genug fehlt es an Farbe für die Beschriftung von Grabsteinen, oder die Steine sind irgendwo (z.B. in Keet-manshoop) einfach „umgefallen“. Dann gilt es, jemanden zu finden, der sie aufrichtet - oder mindestens darüber informiert. Ein weiteres Problem: Manche Farmer haben den Besitzer gewechselt, und nun sind die Kriegsgräber nicht mehr so zugänglich wie früher. Spannend ist auch die Fahrt nach Allurisfontein gewesen: „Nach 10 Stunden und langem Suchen haben wir das Grab gefunden und das Grab in Ordnung gebracht. Dank gilt den hilfsbereiten Polizisten dafür, daß alles glatt verlaufen ist. Der Farmer wird leider ab nächstem Jahr (also: 2007) das Tor abschließen. Die Zeit war zu knapp, um bei Karas-burg und Warmbad nachzuschaun. Es wurden für diese Fahrt über 800 km gefahren“. Und dann der Nachsatz: „Wir sollten den Farmer anrufen, ob das Grab bei Sandfontein noch besteht und in Ordnung ist“. Man will auch erforschen, ob eine schwarze Marmorplatte das Grab von Hauptmann Streitwolf (Schuck-mannsburg) kennzeichnete, denn im Buch werden die Gräber nicht er-wähnt. Wer solche Protokolle liest, be-wundert irgendwann den großen Idealismus jener Leute, die sich für den Erhalt historischer Kriegsgräber einsetzen. Ist das in der modernen Zeit überhaupt noch „gefragt“ oder „in“? Da sitzen andere doch lieber als „Couch-Kartoffeln“ vor dem Fern-seher! Es gibt aber auch schöne Erlebnisse: Im April/ Mai 2007 soll eine Nordensafari stattfinden. Eben: nach Naulila, wo Kränze im Beisein des Gouverneurs niedergelegt werden sollen (Achtung: Mitglieder mit einem deutschen Paß brauchen ein Visum!). Und in Grootfontein wird der Friedhof gesäubert. Die erste Sitzung der Kriegsgräber-fürsorge findet übrigens am 6. Februar statt. Man kommt zu dem Schluß: Nun haben bereits 200 Sitzungen statt-gefunden, aber es gibt noch genug Leute, die „was tun“ - und scheinbar nicht müde werden! Friedhöfe und einzelne Gräber erzäh-len interessante Geschichten. Wann waren Sie zum letzten Mal auf dem Windhoeker Friedhof? Wußten Sie, daß es dort bereits eine Ecke für verstorbene Ba-Hai‘s gibt? Klar ist: Es muß immer wieder Men-schen geben, die sich idealistisch für den Fortbestand einsetzen. Namibias Geschichte hat solche Menschen verdient! |
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