Das Robbensterben

Saturday 27th of January 2007
Pierrot
Immer wieder entstehen Frage-zeichen, immer wieder Kopfschütteln, immer wieder ärgert sich der Bürger - und manchmal ist er auch total verblüfft.
Die Aussage unseres Fischerei-ministeriums zur Lage der Robben, Anfang Dezember Nachrichten überschreibend, ließ Fragen offen. Da wurde gesagt, daß die Robben seit Monaten in großen Mengen sterben, daß sie verhungern, auch: daß sie vom Fisch leben. Verblüffenderweise wird im gleichen Atemzug gesagt, daß es aber unklar sei, ob es zu wenig Fisch gäbe in den namibischen Gewässern. Was soll dies alles? Guckt der Sprecher durch durch das, was er selbst sagte? Der Schreiber dieser Zeilen versteht das nicht, hat keinen Durchblick mehr.
Gäbe es “genug Fisch” vor der Küste, wären diese Robben doch nicht tot, sondern lebendig und “kugelrund”. Daß es nicht mehr genug Fisch gibt, war auch der Inhalt einer Meldung über “geringere Tunfischbestände weltweit”. Auch daß es kaum noch Sardinen gibt, daß der Stockfisch (Hake) nun durch eine Zwangspause geschützt werden mußte, zeigt wie es heute und seit Jahrzehnten schon um den Fischbestand in allen Ozeanen und auch den vor unserer Küste bestellt ist: er ist rückläufig durch andauernde Überbenutzung. Überbenutzung ist schlechtes Management.
Daß das Ministerium nicht transparent ist, indem es nicht die von ihm und seinen Vorgängern gemachten Managementsfehler zugibt, das ist ärgerlich und läßt wenig Hoffnung für eine Korrektur. Nur: Jedermann, der sich ein wenig mit dem Ökosystem der Ozeane befaßt hat, kennt das Problem in seinen Grundzügen, keiner wird nun nur auf unser Ministerium als Fehlerquelle hinweisen; eine solche Furcht ist uinnötig und unbegründet. Jeder weiß, daß ein Management der Ozeane aus vielerlei Gründen äußerst schwierig ist. Es würde aber enorm helfen, würden die Bürger Namibias und alle Menschen dieser welt ehrlich aufgeklärt, so daß sie Druck ausüben können auf das, was unter Druck gebracht werden muß.
Falsch verstandene Tierliebe und die daraus resultierenden zu großen Bestände der Robben verschlechtern deren Situation, und hier könnte schnell und schon bald eingegriffen werden, wäre das Wohl der Tiere und nicht das Wohl der grünen Funktionäre Priorität. Das wäre ein guter Anfang bei einem einzelnen Problem. Aber halt nur ein Anfang, der Schutz alles Meeres-resourcen und ihre dauerhafte Nutzung ist das noch ferne Endziel.
Das jetzige Robbenproblem ist nicht neu, der Sprecher sagte es, wir wissen es! Daß aus den Lehren der Vergangenheit offenbar nichts gelernt wurde, daß sich dieses Problem so schnell wiederholen konnte, das ist weder ermutigend noch gut. Das muß sich ändern! Dies fordern wir, dies ist keine Bitte mehr!
Wir müssen auch fordern, daß die Ergebnisse der Zusammenarbeit der Benguella-System-Anrainer-Staaten jetzt unter die Lupe genommen werden, daß sie der Bevölkerung dieser staaten bekannt gemacht werden. Letztendlich geht es um das Wohl und Wehe von Nationen, nicht nur um das einiger Unternehmen oder Funktionäre. Und nur örtliche Maßnahmen nutzen wenig.

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