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Die Chinesen kommen - und: Gewalt in Südafrika Saturday 3rd of February 2007 Die Chinesen kommen. Sie haben „Peace, Friendship und Deve-lopment im Gepäck. Und dann noch eine Menge „Cooperation“. So jedenfalls hört es sich in der Liebeserklärung des Außenministers an, der sich ansonsten hütet, auf Einzelheiten der überstürzten Afrika-Reise einzugehen. Acht Staaten in 12 Tagen!!! back Präsident Hu Jintao und First Lady Liu bringen im Gefolge 130 Leute mit, wenn sie knapp 24 Stunden lang auf namibischem Boden sein wollen. Und ein Tourismus-Abkommen (wie bisher durchsickerte). Das kann heißen: Massentourismus aus dem Reich der Mitte. Das ist doch schon mal etwas. Schließlich hat unser Gründervater in amtlicher Funktion das Riesen-reich 13 mal besucht. 10 Minister begleiten Hu, der zum dritten Mal seit seinem Amtsantritt 2003 Afrika besuchen wird., dazu noch 30 Geschäftsleute und 30 Jour-nalisten. Und die acht Afrikastaaten sind begeistert. Vor allem Simbabwe. Denn es heißt, daß China den belagerten Präsidenten Mugabe aus der Patsche half, als die inter-nationale Finanzwelt ihm keine Kre-dite mehr gewähren wollte. Plötzlich konnte Mugabe einen großen Teil seiner Staatsschulden bezahlen. Woher wohl? Und der staatspalast für Mugabe wird von den Chinesen wohl auch nicht nur gebaut... Da hört man irgendwo die „Nachti-gall tapsen“, die da heißt: Neo-kolonialismus. Jeder hört sie - nur jene nicht, die dafür kein Ohr haben. Dabei ist doch ganz klar, welche Rohstoffe China importieren muß und möchte - und woher. Sudan wird Öl liefern - und Hu kann hier für Frieden plädieren... Man möge mir verzeihen, wenn ich glaube, daß die Besuche im Sudan und Simbabwe dem Chinesen viel wichtiger sind als Namibia. Es sei denn, unser Uran interessiert ihn. Gewalt in Südafrika Der Tod des international bekannten Historikers David Rattray war wohl der letzte Strohhalm? Ein ganzes Land ist empört über die Welle der Gewaltverbrechen. Ein ganzes Land? Naja, vielleicht bilden die Verbrecher selbst die einzige Ausnahme. Denn Südafrika ist um internationales ansehen bemüht. Ansehen das zugunsten der Fußball-WM in Besucher und finanziellen Millionen umgemünzt werden soll. Da kann Präsident Mbeki so oft wiederholen wie er will, daß die Kriminalität „ein Wahrnehmungs-problem der Kritiker“ sei. An die Stelle der bis vor 13 Jahren ange-prangerten „Gewalt des Apartheids-staates“ ist die Gewalt der Ver-brecher getreten. Sie gehört in den Großstädten zum Alltag. Schade, schade, denn Südafrika wäre gern ein freundlicher Gastgeber der WM 2010. Die Vorbereitungen für dieses lukrative Großereignis haben begonnen. Eine Riesensumme Spendergeld soll z.B. in den Bau neuer stadien fließen. Doch heute grassiert die Angst, daß man Opfer der Gewalt werden könnte. In Leserbriefen heißt es: „Wer schweigt, wird zum Komplizen der Verbrecher“. Mit der Vergangen-heit sind die Verbrechen nicht mehr zu entschuldigen. Und so liest man auch: „Nutznießer des neuen Südafrika sind nicht etwa die Armen, sondern die kriminellen Klassen“. Im vergangenen Jahr wurden offiziell 18 000 Morde und 55 000 Vergewaltigungen gemeldet. Im Raum Pretoria-Johannesburg wurden 200 Restaurants überfallen. Die Regierung kommt nicht dagegen an. Einzelne Stimmen werden laut, daß man „schweigen oder das Land verlassen soll“. Nach dem Mord an Rattray müßte das Signal zum Umdenken in Südafrikas Regierung gesetzt worden sein. Beschönigen gibts nicht! |
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