Und nach dem Fisch?

Friday 9th of February 2007
Pierrot
Der Fisch wird weniger. Weltweit ist das der Trend. Immer öfter ist es die globale Erwärmuing, der die Mitschuld dafür gegeben wird.
Dies mag für manch böses Tun eine gute Ausrede sein, manch einer, der nicht nur nutzt, sondern Raubbau treibt am Fischbestand der Welt mag sich hinter dieser Theorie verstecken wollen, aber ist sie so abwegig? Nein, es steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit darin.
Die globale Erwärmung ist eine Wahrheit, um die niemand mehr herum kommt. Die Temperaturen steigen, die Eiskappen der Pole schmelzen, mehr und mehr “süßes Wasser” fließt in die Ozeane dieser Welt. Deren Salzgehalt muß dadurch sinken und die Wassertemperaturen steigen. Seeströmungen geraten aus dem Kurs, denn auch Winde und Wetterzonen ändern sich dadurch. Es ist z. Z. nicht realistisch gedacht, warten, vertrauen wir auf eine Umkehrung der Situation.
Dies alles tangiert den Fisch, der sich in Hunderttausenden, in millionen Jahren an seine Umwelt anpaßte. Die Fänge in den namibischen Gewässern werden geringer, der Fisch wird ein teurer Luxusartikel. Natürlich wird er nicht “über Nacht” total verschwinden, stark verringerte Bestände werden sich aber auf unsere Volkswirtschaft auswirken, den nationalen Haushalt belasten, der bisher mit ca. N$ 1,7 Milliarden vom Fisch profitierte, wie es heißt.
Haben wir volkswirtschaftliche Alternativen zu „unserem Fisch“? Haben wir uns Gedanken gemacht darüber, was zu tun wäre? Können wir die zu erwartende geringer werdende Leistung der Fischerei kompensieren? Können wir gar ohne sie klar kommen??
Ein Weg ist der der schon erfolgreich begonnenen Fischfarmerei. Dies im Inland und an der Küste. Eine andere Möglichkeit könnte die Revitalisierung der Karakulindustrie bieten, wenn wir sie diesmal richtig nutzen. Ein pro-aktives Auftreten des Produzenten ist dafür ein Muß, eine volle Unterstützung seitens des Staates genau so. In Zahlen ausge-drückt hätte eine Jahresproduktion von 3,5 Millionen Swakara-Pelzen bei heutigem Preisgefüge den Wert der Fischindustrie fast überrundet. Berücksichtigen wir zusätzlich den Einfluß der Arbeitsintensivität der Karakulproduktion, so wird diese für unser Land unvergleichbar wichtiger sein, da dann eine Vollbeschäftigung in den Produktionsgebieten erreicht werden kann.
Sollte es der Staat unterlassen, Karakul mit aller Kraft zu fördern, wäre das nicht nur eine fehlerhafte, sondern geradezu eine Mißplanung zu nennen.
Karakul wäre also eine Alternative. Eine weitere Alternative ist aber auch die Regenerierung der Fischerei im Rahmen des Möglichen. Das hieße, daß die Fangkapazität der Fischerei schnellstens dem Fischbestand angepaßt wird, daß also ein großer Teil der Fangboote durch das Mittel der Lizenzkürzungen deaktiviert werden, daß Fangzeiten und Fanggebiete streng reguliert werden. Das hieße auch, daß endlich die Robben auf einen weitaus kleineren Bestand reduziert werden müssen. Nur konsequente, koordinierte Maßnahmen der Benguella-Anrainer-Staaten können helfen, wenn wir nicht ein Fiasko erleben wollen, das um ein Vielfaches größer sein wird als das, welches diue Pilchardindustrie im Benguellasystem schon vor etwa 35 Jahren und ohne globale Klimaänderung (!) erlebte. Sie konnte sich bis heute nicht wieder erholen..
Hoffen, drängen wir Bürger nun auf ein zweckgerichtetes Tun unserer Regierung.

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