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Friday 9th of February 2007 Bleiben wir noch etwas bei der Schulbildung, der Grundstock für Deutschland auf dem Weg zum unumstritten, führenden Land der Welt, gegen Ende des 19. Jahrhunderts: back Bereits am 28.September 1717 hatte Friedrich Wilhelm der I. die allgemeine Schulpflicht in Preussen eingeführt, mehr als 150 Jahre vor Frankreich und England! Doch wir können noch eine ganze Zeit weiter zurückgehen, nämlich bis 1695, als bereits der Pfarrer August Hermann Francke bei Halle eine Schule für arme wie reiche Kinder gründete. Eine Schule die das Wohlwollen der Preussenkönige Friedrich der I. als auch Friedrich Wilhelm der I. genoss. Neben den drei Grundbildungsfächern Lesen, Schreiben und Rechnen setzte man auf Tugenden wie Menschlichkeit, Pflichterfüllung, Eigenständigkeit, Bescheidenheit und natürlich Pünktlichkeit. „Tugend ist nicht angeboren, sie muss erlernt werden“, das war der Grundsatz von Christian Thomasius, dem bedeutenden Rechtsgelehrten aus Halle. Wie wahr, der Satz hat heute Gültigkeit mehr denn je und zwar in meiner neuen Heimat Namibia, aber mit grosser Sicherheit auch in der BRD. In unserer heutigen Zeit, wo man aus lauter Gleichmacherei jeden Schüler mit einem Abitur in der Tasche entlassen möchte, wo Hauptschulabschlüsse oft ohne Wert sind, weil ein Teil der Schüler kaum lesen, schreiben oder rechnen kann, sollte man sich daran erinnern wie Preussen „dachte“ und zwar bereits im Jahre 1713, als Francke auf die Frage des Königs „Was wird aus der Jugend?“ folgende Antwort gab: “Die guten Köpfe studieren, die übrigen lernen rechnen und schreiben und werden auf ein Handwerk vorbereitet“. Ein System welches bis in die 60-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Deutschland Gültigkeit hatte, als man entweder Hauptschulabsolvent war, die Mittlere-Reife schaffte oder mit dem Abitur die Hochschulreife erhielt. Die einzelnen Berufsmöglichkeiten waren jetzt mehr oder weniger vorgegeben, so einfach war das damals (dazu gab es verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung in Volkshochschulen, die für sogenannte Spätentwickler ebenfalls das Abitur ermöglichte). Die „Verwässerung“ begann aber, nach meinem Dafürhalten, mit der Einführung des Fachabiturs oder dem Studium an den Gewerkschafts-Akademien, als in Deutschland plötzlich tausende von „Praktischen Betriebswirten“ auf hohe Gehälter hofften. Hoffnungen die oft unerfüllt blieben...jetzt schweife ich schon wieder ab. Das Erziehungsziel in Preussen war der gebildete, sachkundige, sparsame und zur selbständigen Entscheidung fähige Mensch, handelnd im Interesse des „gemeinen Wohls“ (Staatsbewusstsein), sich nicht feige vor einer Entscheidung zu drücken, Verantwortung zu übernehmen und sie nicht auf Gremien oder Untergebene abzuwälzen! Das führte zu einer qualifizierten Beamtenschaft im Staatsdienst, wobei das Wort „dienen“ wörtlich zu nehmen ist. Die dienende Funktion der Behörden entsprach dem Motto des Königs „Der König ist der erste Diener des Staates“. Unter diesem Motto wurde Preussen zum vorbild-lichen Verwaltungsstaat. Dazu kam das ausserordentlich hohe Bildungs-niveau der preussischen Beamten! Ein Beispiel: Im Jahre 1913 wurde Berlin von 20.000 Beamten verwaltet (davon waren 10.000 ehrenamtlich tätig). Man erinnere sich was damals in der Metropole alles entstand: die U-Bahn, Eisenbahn-und Strassen-bahnbau, Strassenbau, Elektrifizierung, Schul-und Regierungsgebäude, Telefon, öffentliche Schwimmbäder waren gerade modern! Die damaligen Erfindungen schwemmten über diese Metropole hinweg und man folgte, wollte immer mit vorne dabei sein! Heute gibt es 160.000 öffentliche Bedienstete in Berlin...ich glaube, das Beispiel „früher und heute“ dürfte auch auf Windhoek zutreffen... |
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