RSA: Neue Regeln für die Löwenjagd

Saturday 24th of February 2007
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Südafrika will die Jagd auf Raubtiere stark einschränken.
In letzter Zeit ist die Jagd auf Nashörner und Löwen in Südafrika oft zu einem makabren Urlaubssport ausgeartet: Für viel Geld können Touristen auf Raubtiere schießen, die vorher mit Beruhigungsmitteln behan-delt wurden. Manche Hobbyjäger verwenden dabei Pfeil und Bogen, aber jetzt soll das ungleiche Gemetzel verboten werden.
Natürlich ist die Jagd auf Löwen und Nashörner eine besonders exklusive Urlaubsattraktion für zahlungskräftige Kunden. Für Preise von knapp 150.000 Rand aufwärts können Touristen sogar den Kopf des erlegten Tieres mit nach Hause nehmen. Makaber ist der „Sport“, wenn dabei auf eigens zu diesem Zweck gezüchtete Tiere geschossen wird, die in Gefangenschaft aufgewachsen sind. Es kommt auch vor, daß die Tiere vorher mit Beruhi-gungsmitteln behandelt wurden, damit sie den Hobbyjägern nicht entkommen können.
Den Touristen wird es leicht gemacht: Sie schießen  von der Ladefläche eines Lastwagens  und zermürben die Tiere bei der Verfolgung - auf Wunsch Können „wilde“ Tiere auch mit Pfeil und Bogen gejagt werden. Vor allem bei amerikanischen Besuchern erfreut sich das ungleiche Gemetzel einiger Popularität - 55 Prozent der Jäger stammen aus Nordamerika, der Rest aus Europa.
Damit soll nun Schluß sein!
Der südafrikanische Umweltminister will diesem ungleichen Treiben ein Ende bereiten. “ Jagd soll ein fairer Kampf zwischen Jäger und Tier sein, bei dem der Geschicktere gewinnt”, sagte Marthinus van Schalkwyk auf einer Konferenz. “Dieses Prinzip ging über die Jahre verloren, wir wollen es zurückbringen.”
Ab dem 1. Juni sollen Jagden in ein-gezäunten Gebieten verboten werden, außerdem die Jagd auf große Tiere mit Pfeil und Bogen, mit Hilfe von Beruhigungsmitteln sowie von Fahrzeugen.
Van Schalkwyk, der selbst als passionierter Jäger gilt, sagte:“Der Anblick von angetrunkenen Touristen, die von einem fahrenden Wagen aus gezähmte Löwen verfolgen, ist ziemlich abscheulich”.
Manchen Umweltschützern geht das Gesetz trotzdem noch nicht weit genug. So lange es legal sei, Löwen und Leoparden zu Jagdzwecken zu züchten, könnten die Privatunternehmer diese unethische Praxis weiterführen, erklärte Louise Joubert vom “San Wildlife Trust”. Sie verlangt ein vollständiges Verbot dieser Zuchtstätten.
Die umstrittene Sportjagd ist in Südafrika ein Millionengeschäft mit einem geschätzten Jahresumsatz von über umgerechnete N$ 2,4 Milliarden. Jedes Jahr nehmen 6000 bis 7000 Touristen an Jagdsafaris teil. Die Zahl der Löwen, die in Gefangenschaft auf Zuchtfarmen leben, schätzt der “International Fund of Animal Welfare” auf etwa 3000, die Schätzungen über jährlich bei kontrollierten Jagden getötete Löwen variieren zwischen 300 und 1500. Geschützt sind dagegen die Tiere in den Nationalparks.

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