Noch einmal: Gedanken über Preussen

Friday 9th of March 2007
Bernd Kroemer
Der achte Teil, mit den Stimmen zum Versailler-Friedensdiktat (heute sprechen die Schulbücher von einem Friedensvertrag) war für mich bereits abgeschlossen, bis mich ein Leser auf Lenin hinwies! Der auch etwas dazu zu sagen hatte:
„Der Friede von Brest-Litowsk (zwischen Russland und Deutschland) von dem monarchistischen Deutschland diktiert und dann der weitaus bestialischere und niederträchtigere Friede von Versailles, von „demokratischen“ Republiken, von Amerika und Frankreich sowie vom freien England diktiert...dass wir nicht Vertreter der Kultur und Zivilisation vor uns haben, sondern in der Gestalt Englands und Frankreichs zwar demokratische Staaten, die jedoch von imperialistischen Räubern regiert werden...Als Deutschland besiegt war, da schrie der Völkerbund, der Bund der Nationen, die gegen Deutschland gekämpft hatten, das sei ein Befreiungskrieg, ein demokratischer Krieg gewesen. Deutschland wurde ein Frieden aufgezwungen, aber das war ein Frieden von Wucherern und Würgern, ein Frieden von Schlächtern, denn Deutschland und Österreich wurden ausgeplündert und zerstückelt. Man nahm ihm alle Existenzmittel, liess die Kinder hungern und des Hungers sterben. Das ist ein ungeheuerlicher Raubfrieden. Was also ist der Versailler-Vertrag? Ein ungeheuerlicher Raubfrieden, der Millionen und aber Millionen Menschen, darunter die zivilisiertesten, zu Sklaven macht. Das ist kein Frieden, das sind vielmehr Bedingungen, die einem wehrlosen Opfer von Räubern mit dem Messer in der Hand, diktiert worden sind“.
Das sagte ein Mann, der zu diesem Zeitpunkt bereits 15.000 politische Hinrichtungen (doppelt soviele wie das Zarenregime in den Jahren 1825 bis 1906) auf dem Gewissen hatte und kurze Zeit später als einer der grössten Massenmörder in die Geschichte einging! Auch hier wollen wir nicht den Beweis schuldig bleiben: 120.000 Menschen in Kozentrationslagern. Lenin lässt den Klerus verfolgen: 8.000 Tote. Lenin begrüsst die Hinrichtung der Bourgeois auf der Krim: 50.000 Tote innerhalb sechs Wochen. Lenin instigierte die Hungersnot,  hauptsächlich bei der Landbevölkerung 1921/22: mehr als 5 Millionen Tote! Dazu kommen die Liquidierung und Verschleppung der Donkosaken im Jahre 1920. Das waren „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, Kriterien wie sie für die Nürnberger Prozesse formuliert wurden.
Ich schliesse jetzt den 10. Teil ab, mit einem Hinweis auf Quellen, wie sich das gehört. Interessant waren: das Bismarck Jahr, Lenz & Marcks, 1915; Bismarck, Dietrich Schäfer, Band 1 u.2, 1917; Bismarck, Hanns Martin Elster, 1939; Das Leben Friedrichs des Großen, Max Hein, 1916; Friedrich der Große, Zepelin & Scharfenort, 1912; Friedrich der Große, Ludwig Hahn, 1855; Preußische Geschichte Band 1 u. 2, William Pierson, 1898; wichtige Zitate findet man in  „Preussen, Geschichte eines Staates, Hans-Joachim Schoeps, 1966; sehr empfehlenswert: Von Versailles bis Potsdam, Hugo Wellems, 1983; Gebrauch machte ich auch von verschiedenen Jahrgängen des Deutschland Journal der SWG; last but not least möchte ich folgendes Buch empfehlen: Der rote Holocaust und die Deutschen, Die Debatte um das „Schwarzbuch des Kommunismus“, Hg. Horst Möller, 1999.

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