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Friday 16th of March 2007 Wieso diese neue Überschrift? Nun, ich bin bei meinen „Gedanken zu Preussen“ so oft abgeschweift, dass teilweise kaum noch ein Bezug zu Preussen übrig blieb. Mit der neuen Überschrift tue ich mir leichter! back Meine 9. Kolumne stand unter der Überschrift: Zum Aussterben verurteil? Auch hier bekam ich Anrufe die meinen Artikel „zerissen“, aber es gab auch Zustimmung. Eine Leserin sandte mir folgenden Ausschnitt: Allen Kriegen, vor dem 1. Weltkrieg, war eigen, dass in den nach beendeten Kriegen geschlossenen Friedensverträgen das wechselseitige Vergeben und Vergessen von Untaten ein wichtiger Bestandteil gewesen ist. Man konnte den Frieden gestalten, die Toden ruhen lassen und bis auf die üblichen Denkmäler trat ein Vergessen ein. Im 20. Jahrhundert trat etwas neues ein, man lässt uns nicht vergessen! Man legt die Finger immer wieder in die Wunde, man wühlt in der Wunde. Torsten Hinz warnt vor einem Übermass von Selbstanklagen und ihren Folgen. Auschwitz und der Holocaust gehören mittlerweile zu den dominanten Erinnerungsbildern deutscher Geschichte; „Begleitet wird das von einer Sakralisierung, die keinen Widerspruch duldet...dieser Prozess ist für Deutschland hochproblematisch, denn das schlimmste Verbrechen, das von den Deutschen begangen wurde, in den Mittelpunkt des nationalen Selbstbildes zu stellen, bedeutet, den eigenen Unwert zur zentralen Kategorie der kollektiven Identität zu erheben. Wer das tut, signalisiert, dass er seine Existenz innerlich als beendet ansieht. Er wird zum Zombie.“ Passt genau zu meiner 9. Kolumne! Die volkspädagogischen Gedenkrituale kennen nur eine Klasse der Toten und Opfer. Wie schwer tut man sich mit den eigenen Opfern? Opfern des Krieges, der Flucht, des Bombenhagels. Eigene, erlebte Erinnerungen über erlittenes, persönliches Leid wird diffamiert und tabuisiert! Michael Wolffsohn, Historiker, lehrt an der Universität der Bundeswehr in München – der sich selber als einen deutsch-jüdischen Patrioten bezeichnet- hat in seiner Ansprache zum Volkstrauertag 1996 in der Paulskirche zu Frankfurt, dazu Folgendes gesagt: Es sei moralisch nicht mehr hinnehmbar, dass das millionenfache individuelle Leid von Deutschen, z.B. Flucht, Vertreibung oder der Bombenhagel auf Zivilisten tabuisiert, minimiert oder nicht ernst genommen wird....Mit Aufrechnung oder gar Verharmlosung der vorangegangenen deutschen Verbrechen hat dies nichts zu tun, alles aber mit Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Vollständigkeit, Seele und Mitgefühl.“ Schlussfolgerung: „Wer nicht die Toten des eigenen Volkes betrauert, wird erst recht nicht die Toten anderer Völker betrauern. Wer hingegen eigenes Leid kennt und öffentlich benennt, der wird auch das Leid anderer eher nachfühlen können und wollen.“ |
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