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Dabei wollten wir doch 17 Jahre Unabhängigkeit feiern... Friday 16th of March 2007 Namibia spielt - und tanzt zur Leier. Wäh-rend Rom (sprich Hara-re) brennt... back Wir feiern 17 Jahre Unabhängigkeit! Wir sind stolz - und dür-fen es auch sein. Namibia ist ein wunder-schönes Land. Ein Ju-wel für Touristen. Stabil für Investoren. Wir feiern 17 Jahre Pressefreiheit und Demokratie. Wie gut haben wir es doch! Vor 17 Jahren war es wichtig, einen friedlichen Übergang in die gemein-same Zukunft zu schaffen. Frieden und Versöhnung waren Prioritäten. Und sind es heute noch. Die Welt respektiert das (siehe ITB). Irgendwann im Laufe der letzten Jahre hat die mit überwältigender Mehrheit regierende Swapo die Opposition derart verärgert, daß sie aus Protest den Sitzungssaal verließ, weil sie eine Debatte nicht zulassen wollte. Ist vergessen. Irgendwann hat Swapo einen Schleier des Schweigens über ihre eigene Ver-gangenheit gelegt. Denn da gab es doch so etwas wie die „Löcher von Lubango“. Und nun dürfen wir keine näheren Einzelheiten erfahren. Im Namen der Versöhnung. Die Verfassung sieht vor, daß einige Tabuthemen nicht besprochen werden. Dies: Im Namen der nationa-len Sicherheit. Wir hätten - auch aufgrund der weit-reichenden Meinungsfreiheit - allen Grund, den 21. März 2007 aus vollem Herzen und aus tiefer Überzeugung richtig zu feiern. Dann aber erreichen uns Schreckens-meldungen aus dem Nachbarland Simbabwe. Und wir reagieren nicht. Wie das Kaninchen vor der schlange. Denn: Dessen Oberhäuptling hat doch gerade Namibia offiziell besu-chen dürfen. Eine Debatte im Parlament über die derzeitige Situation in Mugabes Reich wird von Swapo abgeschmettert. Zwischenfrage: Würde sich die Par-tei wundern, wenn zu ihren offiziellen Feierlichkeiten immer weniger Men-schen erscheinen? Nicht, daß dies unbedingt erwartet wer-den darf - die Demon-stration gegen Mugabe war erschreckend mangel-haft unterstützt worden! Es fehlt wohl doch an Zivilcourage! Immerhin haben alle Oppositionsparteien, das Zentrum für Rechtsbei-stand (LAC), die nami-bische Anwaltskammer und die Vereinigung Nichtstaatlicher Organisationen (NANGOF) die bru-talen Übergriffe und Menschen-rechtsverletzungen in Harare verur-teilt. Noch schärfer protestierte die Namibische Gesellschaft für Men-schenrechte (NGfM, bzw NSHR). Und auch in anderen SADC-Staaten reagiert das Gewissen: Der Marsch in Johannesburg und die ganzseitigen Anzeigen in 7 SADC-Staaten sind ein ermutigendes Zeugnis! Das Schweigen der namibischen Re-gierung kann nicht scharf genug ver-urteilt werden. Wie stehen wir denn zu unserer Verfassung? Zu Men-schenrechten? Was also ist uns die Freundschaft zu Mugabe wert? Was opfern wir nicht alles deshalb? Man braucht kein Fachmann zu sein, um den Quatsch zu entlarven, den Simbabwes Hochkommisarin heraus posaunte: Ein dreimonatiges Ver-sammlungsverbot sei verhängt wor-den. Aber: „Jeder in Simbabwe ist frei, seine politische Meinung zu äu-ßern“. Die Regierung dulde „keiner-lei Widerstandskampagnen“. Aber: die Situation in Harare sei lobens-wert, die Demokratie und Freiheit intakt! Wer‘s glaubt,... Völlig undiplomatisch: dies ist eine Frechheit. Und eine Schande, die nur dazu geeignet ist, uns alle mit ins Elend zu reißen. Das gesamte süd-liche Afrika sitzt schließlich in einem Boot. Und man sollte tatsächlich seine Freunde etwas vorsichtiger aussuchen (wie der deutsche Bot-schafter ganz richtig sagte). Ihr Regierenden, nutzt die Gelegen-heit des Jubiläums, um endlich auf den Putz zu hauen! Ein Bekenntnis, den Spuk endlich beenden zu wollen, kann uns doch wirklich nicht schaden! Um unserer Freiheit, unseres Fort-schritts willen! |
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