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Die Lage am 17. Jahrestag der Unabhängigkeit Sunday 25th of March 2007 Versuchen wir heute einfach mal, einige Ge-danken zusammenzu fassen, die aus Anlaß der Unabhängigkeits-feier auf den Redak-tionstisch flatterten. back Da entstand natürlich die Frage, welche Vor-zeigeleistung das Land einem Besucher darbie-ten könnte. Die junge Nation steht auf eigenen Füßen, ist für Wohl und Wehe selbst verant-wortlich, versucht Wünsche und (Jugend)Träume zu verwirklichen. Selbst die Antwort auf die Frage, ob wir zufrieden sind, dürfte unterschied-lich ausfallen. Oft spielt dabei schon der simple Vergleich mit Nachbar-staaten eine Rolle. Aber: Welche großen Projekte wurden zu unserer Zufriedenheit in Angriff genommen? Fördern wir nicht vielleicht nur eine kleine („Boetie-Boetie“) Elite? Und wie steht es um „nation building“? Gut, wir sind keineswegs ein einig Volk von Brüdern geworden. Aber dazu ist die Mentalität zwischen dem-jenigen, der ein paar Ziegen abgeben kann („Entwicklungshilfe“) und dem Empfänger, der sich nur fürs reine Überleben interessiert, allzu unter-schiedlich. Selbstachtung? Stolz? Ja schon! Namibia ist ein wunderschönes Land. Unbegrenzte weite Natur und Ruhe... Aber nein, das ist an sich noch keine Vorzeigeleistung. Kritiker sind sofort zur Stelle, wenn es heißt, Air Namibia könne schon wieder mit Subventionen rechnen. Andererseits klagen andere, daß ihre (staatlichen) Gehälter nicht regel-mäßig bezahlt werden. Wie steht es um die persönliche Verantwortung oder darf man fragen: um die eigene Vorzeigeleistung? Es reicht doch keineswegs aus, alle Probleme der „kolonialen Vergan-genheit“ zuzuschieben? Im Gegenteil: Was haben wir nicht an guter Infra-struktur von den „Kolonialisten“ geerbt! Die Städte lagen doch nicht in Schutt und Asche. Landwirtschaft und Fischerei funktionierten. Und Namibia war und ist reich an Mineralien... Swapo als Sieger... sehen so Sieger aus? Die können ja nicht einmal ihren „inneren Schweinehund“ besiegen. Die lassen ja nicht einmal Debatten der Opposition über die Löcher von Lubango oder die Lage in Simbabwe zu. Nun werden sogar Töne laut, daß die Klagen der Menschenrechtsgruppe NGfM (NSHR) unter Umständen verfassungswidrig seien. Weil sie „Rassenkonflikte“ heraufbeschwören könnten usw. Ja, aber was ist mit „Affirmative Action“? Rassenden-ken mit umgekehrtem Vorzeichen? Auch das Rezept für ein „Wirt-schaftswunder“ haben wir verlegt... oder sind wir einfach überfordert, weil es heute auf chinesisch und nicht mehr auf deutsch geschrieben ist? Jeder gibt zu, daß in einem trockenen Land mit wenig Finanzen solch ein Unterfangen etwas schwie-rig ist, aber dennoch: Versuchen wir überhaupt? Oder sind wir mit Bette-lei auf internationalem Parkett zufrieden? Sind wir zu scharf, wenn wir behaup-ten, daß es kaum Leistungen „im Schweiße unseres Angesichts“ gege-ben hat. Oft herrscht privates Selbst-interesse. Wo sind denn die großen Summen geblieben, die im Kampf gegen Korruption bisher „auf den Tisch“ kamen? Schön ist doch, daß der Erziehungssektor runde 25 Pro-zent des Haushalts zugeteilt bekommt, aber warum hilft diese Summe kaum den Schulen? Wo sind Klassenräume, Bibliotheken, Instrumente und Aus-rüstung? Und dann fragt man sich unwillkürlich: Müssen wir solch einen Wasserkopf an Regierungs-angestellten (und mehr und mehr private Sicherheitsbeamte) haben? Dabei haben wir uns im Laufe von 17 Jahren längst an den Staatspalast und den Heldenacker als nationale Symbole gewöhnt. Leider auch an eine (falsch ver-standene) Versöhnung, die uns lähmt wie das Kaninchen angesichts einer Schlange. Lähmt, solange wir zur Untätigkeit und Kritiklosigkeit verdammt sind. |
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