Was war los in Deutschland?

Sunday 25th of March 2007
Simon M. Haag
Der Raketenschutzschild, den die USA kraft eigenen Rechts und nur in Absprache mit den Regierungen von Polen und Tschechien in diesen beiden Ländern zum Schutz Westeuropas vor iranischen Raketen und gegen den Willen Russlands stationieren will, sorgt in der Regierungskoalition für Spannungen. Während Kanzlerin Merkel (CDU) die Einbindung der Nato in die Raketenpläne fordert, spricht sich der Vorsitzende der mit-regierenden SPD Kurt Beck strikt gegen eine Stationierung aus, um eine Neuauflage des Wettrüstens zwischen West und Ost zu verhindern.
Die deutsche Wirtschaft brummt! 1,6 Millionen neue Jobs gibt‘s derzeit, doch - wie Fachleute z.T. meinen - zu wenig sichere. Zwar sei die Zahl sozialversicherungspflichtiger Ar-beitsverhältnisse gestiegen, doch würden viele Selbständige und Leih-arbeiter eingesetzt. - Der schwäbische Modellbahnhersteller Märklin will nach Vorstellungen seines britischen Eigentümers Kingsbrigde Capital zwecks Sanierung seiner angeschla-genen Situation seine Produktion z.T. nach China und Ungarn verlagern, was die Schließung des Sonneberger Werkes sowie den Verlust weiterer 150 Arbeitsplätze in Göppingen und Nürnberg mit sich bringen würde. Auch die Deutsche Post befürchtet angesichts eines spätestens mit dem Ende des Briefmonopols 2008 zu erwartenden Umsatzrückgangs in dieser Sparte um 10-20 Prozent rund 32.000 Arbeitsplätze streichen zu müssen.
Nachdem seit Jahren gewisse Bevöl-kerungskreise gegen das so genannte „Denglisch“ (Deutsch-Englisch) wie „Service-Point“ oder „Online-Ban-king“ im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch protestieren, regt nun die CDU im Zuge des Verbraucher-schutzes an, wieder mehr auf die deutsche Sprache z.B. auf Bahnhöfen, Flughäfen oder auch bei Bedie-nungsanleitungen elektrischer Geräte zurückzugreifen. Ein solches Verge-hen würde sicherlich nicht nur von den 30 Prozent Deutschen ohne jegliche Englischkenntnisse begrüßt werden. Derweil wirbt der SPD-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Minister-präsident Kurt Beck während einer dreiwöchigen Aktion eines lokalen Rundfunksenders im Radio sowie mit seinem Porträt auf Plakaten und auf Bussen für den deutschen Schlager.
Mit dem bundesweiten Rauchverbot in Kneipen und Gaststätten wird es nun anscheinend doch nichts. Wie aus dem Bundesgesundheitsamt zu hören ist, wird die unterschiedliche Hand-habung des angestrebten Nichtrau-cherschutzes in den 16 Bundesländern als durch legitimes Zeichen des deut-schen Föderalismus gesehen. Also kann man sich darauf gefasst machen, dass in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und even-tuell in Brandenburg die Wirte entscheiden, ob in ihrem Etablis-sement geraucht wird.

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