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Friday 20th of June 2003
Vor fast 200 Jahren wurde 1805 die Missionsstation Warmbad durch die Brüder Albrecht gegründet. Leider befinden sich die meisten der historischen Gebäude aus der Missionarsperiode und der deutschen Zeit in einem beklagenswerten Zustand, bedauerte kürzlich Dr. Klaus Dierks gegenüber PLUS. Die Siedlung wurde vor gut 30 Jahren von der SWA Administration an einen Ausländer verkauft. Die Anwohner und damit die Nachfahren der Orlam and Bondelswarts in dem Ort möchten Warmbad wieder in ihren Besitz bekommen und haben kürzliche ein demenstprechendes Gesuch bei der namibischen Regierung eingereicht. Warmbad hat touristisches Potential, nicht nur wegen der historischen Bauten, sondern auch wegen der warmen Quellen, die für Wellness-Aufenthalte genutzt werden könnten. Die Missionskirche aus dem Jahre 1877 und das Pastorenhaus konnte dank der Bemühungen von Dr. Dierks im Jahre 1990 für die evangelische Kirche restauriert werden. Noch gibt es keine organisierten Pläne für eine 200-Jahresfeier für Warmbad, doch wäre das Jahr 2005 ein guter Ansatz, die Siedlung im tiefen Süden Namibias wieder in den Blickpunkt zu rücken. ,,Warmbad wurde unter diesem Namen bereits 1760 erwähnt und war im 18. und frühen 19. Jahrhundert der erste Anlaufpunkt von europäischen Händlern, Abenteurern, Grosswildjägern und ab 1805 auch von Missionaren, die über den Oranje aus der südafrikanischen Kapkolonie kamen", laut Dr. Dierks. Warmbad war aber auch die erste grössere Station für die vor dem europäischen Kolonialismus entweichenden, Namagemeinschaften aus Südafrika. Diese altberühmte Quelle am Hom Rivier und ein wichtiges Zentrum für die alteingesessenen namibischen Nama. Die Bondelswarts wurden um 1800 herum durch die Orlam Afrikaner unter deren Führer, Jager Afrikaner, verstärkt. Die ersten europäischen Gebäude wurden von Missionaren der Londoner Missionsgesellschaft, Christian und Abraham Albrecht zwischen 1805 und 1810 errichtet, aber bereits ein Jahr später von namibischen Nama und Orlam Afrikaner unter Jager Afrikaner zerstört Die Rheinische Missionsgesellschaft übernahm 1867die Missionsstation Warmbad. Eine neue Kirche aus Natursteinen, das heutige Gebäude, wurde von Missionar Weber schon 1877 eingeweiht. Doch 1903 wurde die Missionsarbeit durch den Bondelswartsaufstand gegen die deutsche Kolonialmacht unterbrochen. Vier Jahre später nahm Hermann Nyhof die missionarische Arbeit wieder auf. Er lebte dort bis zu seinem Tode im Jahre 1936. ,,Er ist der einzige Missionar, der dort auch begraben ist. Sein Nachfolger, Pfarrer A. Rethemeyer, diente der Warmbader Gemeinde bis 1946", schreibt Dr. Dierks in einer Studie zur Renovierung der Kirche. Die Römisch-Katholische Kirche schickte Pater Gineiger in den Ort, er nahm die Missionsarbeit 1906 auf. Mit der Hilfe von zwei Nonnen (!) baute er das Missionshaus, 1912 war die kaltholische Kirche fertig. Eine Schule mit angeschlossenem Heim wurde kurz darauf errichtet. Während der Nama-Kriege gegen die deutsche Kolonialherrschaft zwischen 1903 und 1909 bekam Warmbad ein eigenes Fort (1905) und andere militärische und bürgerliche Gebäude, unter ihnen das Haus der Bezirksverwaltung und der Offiziersbau folgte 1908. Die bestehenden Rinder- und Kamelkräle wurden vergrössert. Auf einem Hügel östlich der Stadt liegt das Garnisonshospital sowie das Doktorenhaus aus dem Jahre 1908. Im gleichen Jahre wurde auch das grosse Schwimmbad gebaut, das in soliden Fels gesprengt und mit Lehmziegeln ausgekleidet wurde, eine beachtliche Leistung. Warmbad hat sozusagen noch einen historischen Siedlungskern, dessen Erhaltung sicherlich lohnend wäre … . |
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