Schnell, schneller

Thursday 5th of April 2007
Cito, Cito
Ein Befehl, der gebräuchliche, täglich vielfach wiederholte Befehl eines sich sorgenden Vaters. Eines Landes-vaters.
Kennen auch wir dieses Wort? Wann hörten wir es zuletzt in unserm Land Namibia? Wie bitte, auch Sie hörten es noch nicht von unserem Landes-vater? Ja, schnell geschossen wurde bei den Preußen nicht, schnell gearbeitet schon!
Dieses „Cito, Cito!“ des Königs, und dabei auch sein ermunternder Stock, hätten wir dies nicht auch öfters am Tag nötig? Würde es uns schaden, dies aufs Fell und ins Fell eingebleut  zu bekommen? Würde es nicht auch unsere Trägheit umwandeln in den Fleiß, ohne den da kein Preis ist?
Er war trotz des Namens Soldatenkönig kein „Warlord“, kein Streithals, kein Kriegsstifter, der König Friedrich Wilhelm I. Er war der Architekt eines Staates, er war Gestalter und Verwalter, war Organisator und Antreiber. Dabei sparte er weder sich selbst noch sonst jemanden aus, ersparte die Pflicht auch der Familie, dem Sohn nicht. Er war zielbewußt und zielstrebig, er war in allem allen um mehr als einen Schritt voraus. Die Nation, Preußen, sein Aufbau, seine Absicherung, seine wirtschaftliche totale Unabhängigkeit, das war Ziel, das mußte erreicht werden, „Cito! Cito! Sofort!“ Welch ein Mann, welch ein Staatslenker, welch ein Landesvater!
Und wie innovativ war dieser freie Geist, welche neuen Wege ging er, welche Wagnisse ging er ein! Seine Idee, die Armee des Landes zu dessen Absicherung auszubauen, dieselbe Armee als den Motor der Wirtschaft zu gebrauchen, so daß diese Armee nicht Kostenfaktor, sondern größter Arbeitgeber im Lande wurde, das war ein geistiger Alleingang, der allein einen kombinierten Wirtschafts- und Friedens-Nobelpreis verdient hätte, hätte es diesen damals schon gegeben.
Hier in Namibia sollten wir einmal über all dieses nachdenken, überlegen, was daraus für uns, unser Land zu lernen ist. Wir brauchen hier das rad nicht neu zu erfinden; schauen wir uns das Tun anderer Völker an, gut und schlecht, werden wir unseren Weg  finden. Noch können wir unseren Weg allein bestimmen, noch ist es nicht zu spät dazu. Morgen schon könnte es aber zu spät sein, morgen schon könnte es sein, daß wir den Kotau vor Fremden machen müssen. die uns dann sagen, wo‘s lang geht und wie: schnell, schnell! Und das wollen wir doch sicher nicht erleben, oder?

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