Im Sprücheklopfen sind wir alle groß

Saturday 14th of April 2007
Sehr enttäuscht
Was sich unser deutschsprachiger Mitbürger Calle Schlettwein beim Besuch seiner alten Schule leistete, das waren “Sprüche” (Bericht AZ vom 28. 3. 2007). Das war schlimm; es wurde jungen Menschen, die selbständig denken lernen sollen, Aussagen vorgesetzt, die bestenfalls von diesen mit einem höflichen, stillen Schmunzeln bedacht werden konnten.
Wenn es, laut Herrn Schlettwein, mit der Umsetzung der Regierungspläne nur bei der Bekämpfung der Krankheit HIV/Aids noch nicht so recht klappen will, er aber auch die Bekämpfung von Armut, die Förderung von Bildung und Frauenrechten nennt als Teil der Regierungsziele, so möchten Leser des Berichts mehr tuin als nur schmunzeln. Manche möchten sicher weinen.
Die Bildungssituation ist ein reiner Kladderadatsch, setzt man die Brille auf, und die Bekämpfung der Armut genau so erfolgreich wie die Bildungsbemühungen. Die Frauen werden immer noch als Menschen zweiter Klasse behandelt, wenigstens in der Praxis, wie sie selber immer wieder sagen. Wieviel Menschen unseres Landes leben unter der offiziellen Armutsgrenze in Not? Wieviel Kinder verlassen erfolgreich unsere Schulen und können im Berufsleben integriert werden? Wieviele dürfen studieren?
Mit der Bekämpfung von Armut hat die Regierung so große Fortschritte gemacht, daß nun, bei Vollbeschäftigung, in großer Zahl Gastarbeiter ex China importiert werden müssen, wird uns Herr Schlettwein erzählen wollen. Ganz wie in der alten Heimat, zu Zeiten des bundesdeutschen Wirtschaftswunders, wird er nun sagen wollen. Ob er selber glaubt, was er so sagt?  Ob er glaubt, daß die DHPS-Schüler ihm glaubten?
Es ist interessant und traurig, was der Platz an der Futterkrippe aus manchen Menschen machen kann.
“Sehr enttäuscht”

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