Und wenn Touristen unerwünscht sind?

Saturday 28th of April 2007
Hans Feddersen
Eigentlich wollte ichr ja über den erfreulichen Karneval berichten, der in diesem Jahr schon mehrfach neue Glanzlichter gesetzt hat. Dann aber zeigte mir B.O. die Buchungsbestätigung bei NWR für den Etoschapark (vom 27. bis 30. November in Okaukuejo und Namutoni) für nur zwei Leute - und da fiel ich fast vom Stuhl. Unterm Strich standen sage und schreibe N$ 10 400. Und eine genaue Auflistung wann man welchen Betrag zu entrichten habe. Gut, Namibier erhalten rund 35 % Abschlag. Aber was wird aus ihren beliebten Grill-Vorrichtungen? Nix da! Man soll ja wohl im Restau-rant essen gehen... und ansonsten den Luxus genießen, den sich höchstens ein paar wenige  ausgesuchte (wohlbetuchte?) Touristen leisten können. Im Gespräch mit Bernd O. - zugegeben es fand mitten im Karneval statt - ergab sich dann eine ganz neue Version. Vielleicht ist die nicht einmal allzu weit her an den Haaren herbeigezogen: Die WOLLEN ja vielleicht, daß gar keine Touristen mehr kommen! Merken Sie etwas? Wenn Touristen nur noch von den zahlreichen Lodges aus Tagestouren in die „Pfanne“ unternehmen, dann spart man sich (NWR) viel, viel Ärger! Man braucht die Bungalows nicht mehr zu säubern, die Infrastruktur nicht mehr zu pflegen. Man kann drei Viertel des Personals entlassen. Und wer würde meckern, wenn keine Dusche und kein wasserhahn mehr funktioniert? Bestimmt keiner! Man kann ja auf den Wohlfühl-Lodges günstig untergebracht werden. Traurig ist an dieser Überlegung vor allem eines: Da mußte der Etoschapark hundert Jahre alt werden, bevor man auf die rettende Idee stieß. Nur ein paar Nostalgiker werden sich in wenigen Jahren daran erinnern, wie „schön“ es einst im Etoschapark war. Und auch ohne Luxus(preise) war dies mal das Aushängeschild, DIE Touristenattraktion überhaupt!

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