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Zum Welttag der Pressefreiheit dieses Geschehen dulden? Friday 25th of May 2007 Gestern (am 2. Mai, d.Red.) wurde das bekannt gemacht, was heute, am Welttag der Pressefreiheit dem ganzen Zeitung lesenden Land bekannt sein dürfte. Es wurde zum ersten Mal und unverblümt eine Zensur der “Pressefreiheit” mit Bezug auf diue Meinungs- und Pressefreiheit in TV und Radio eingeführt, dem Bürger ein Maulkorb verpaßt. Dies zur feier der weltpressefreiheit? back Im gestrigen abendlichen “Tele-fonhörer” wurde das Ganze dann “relativiert”: Es seien “nur” Radio-sendungen einiger Sprachgruppen betroffen - der deutsche Dienst sei ausgenommen, wenn... Hörer rea-gierten wie erwartet sofort und scharf “anti” und in den unabhängigen Zeitungen war keine Zustimmung für die Maßnahmen der Regierung zu finden. Die Ablehnung dieser Maß-nahmen ist landesweit, eine zustim-mende Stimme fehlte ganz, wurde hier nicht gehört. Wir wissen, daß auch der Homo Sapiens schon als ein “Raubtier” bezeichnet wurde, daß auch seine Abstammung auf ein Raubtierdasein in vormenschlichem Stadium seiner Entwicklung zurück geführt wird. Wir wissen, daß ein in die Ecke gedrücktes Raubtier besonders gefährlich ist, daß der “angeschossene Löwe” keine Streichelkatze ist. Eine verwundete, aber noch machthabende Partei ist extrem gefährlich und daß die Swapo verwundet wurde durch innerpar-teiliche Kämpfe und durch die Folgen ihrer schwachen Landesverwaltung ist kein Geheimnis mehr, sie ist ange-schlagen und agiert nun aus dieser „angeschlagenen“ Position heraus, wie jeder sieht. Sie greift zum undemokratischen Mittel der Kne-belung der freien Meinungsäußerung, steuert damit auf die Parteidiktatur hin. Befremdlich klangen uns deutsch-sprachigen Hörern die Erklärungs-versuche der Moderatorin des „Telefonhörers“. Möglicherweise wurde sie zu ihrer „Deutung“ und „Auslegung“ der Situation gezwun-gen. Auch wenn diese erklärung nicht erzwungen wurde, müssen folgende Fragen folgen: Wem ist nicht bekannt, was da in Wirklichkeit passierte? Ist es nicht bekannt, daß es auch in unser aller ehemaligen Vaterland einmal so anfing, daß erst die Kommunisten, dann die Sozialisten, dann die Gewerkschaftler, die Juden, die Zigeuner, die Kranken, Kriminellen und so weiter und so weiter waren, die die „Maßnahmen“ einer Einpar-teien-Regierung nacheinander schmerzhaft fühlten? Ist uns das Orwellsche Schreckenszenarium in „1984“ nicht bekannt, uns „Jerries“, die wir als belesen gelten? Wenn nicht, dann kennen wir auch nicht das jetzige Geschehen in Simbabwe, das frühere in der sowjetischen Zone Deutschlands, also der späteren und heute „verstorbenen“ DDR, dann haben wir die Namen Stalin und Mao noch nie gehört. Dann ist klar, daß wir nicht belesen sind. Wenn heute, am 3. Mai 2007 noch freie Reporter sogar berichten, daß es als ein Lob der Ministerin zu werten ist, daß der deutsche sowie der afrikaanse Hörfunk von den bedrückenden , die persönliche Freiheit einschränkenden Maßnahmen ausgenommen ist, so ist das eine gründlich beschämende Verleugnung der tatsächlichen Situation. Wir müssen uns dann fragen, ob wir weniger mutig waren, die Mißstände, die Unordnung im Lande laut und deutlich anzusprechen, als es unsere anderssprachigen Landsleute waren. Nein, was sich ereignete, ist schlimm. Es ist der Beginn von dem, was viele Menschen vor 1990 befürchteten und dem sich viele dieser Menschen durch ihre „Flucht“ ins Ausland entzogen und immer noch entziehen. Es könnte auch der Anfang sein von dem, was sich schon einmal in den Swapolagern und Swapokerkern in Angola und anderswo abspielte, es ist der Beginn des Sterbens unserer namibischen Demokratie. Heute „die Anderen“, morgen der deutsche Hörfunk, dann die freien Zeitungen, dann die Gewerkschaften, die Arbeitge-berverbände, die weißen Farmer, die Opposition, Du und ich. Hier wie auch früher schon andernorts frißt eine Partei dann auch ihre eigenen Kinder, es ist der normale Lauf solcher Dinge, nicht nur Rußland lehrte uns das. Wenn wir alle im Land, denen uns unsere Demokratie und persönliche freiheit etwas wert ist, nicht jetzt sofort sehr aktiv werden, nicht jetzt sofort unsere Abscheu vor dieser Vergewaltigung unserer Grundrechte schärfstens demonstrieren und pro-testieren, dann verdienen wir diese Freiheit nicht, dann verdient das Land diese sich etablierende offene Parteidiktatur, die nun unübersehbar wurde durch das Tun der Ministerin. Wenn der Präsident nicht sofort mit Wort und Tat einschreitet, weiß der Dümmste oder der Naivste - nennen wir ihn wie wir wollen - von uns, was „Sache“ ist in Namibia. Und wir müssen klar sehen: Wenn wir uns nicht wehren, wenn wir auf die Hilfe anderer, des Auslandes vertrauen, dann haben wir verloren - diese Hilfe gibt es nicht, gab es noch nie. Ja, wenn auch Namibia eines Tages kaputt ist, ganz kaputt ist, dann wird uns geholfen werden, wie ja auch den Menschen in Simbabwe und denen in Dafur und Mogadischu auch so überaus großherzig geholfen wird. Wenn ich „uns“ sage, so meine ich das wörtlich und ohne Einschränkungen. Ich meine jeden Menschen in Namibia, nicht „nur“ diese oder jene Gruppe, nicht nur die deutschsprechenden Namibier, nicht nur die Namibier europäischer Abstammung. Nein, dieses Ereignis ist nun zum Prüfstein für die ganze Nation geworden, ihre Zukunft hängt davon ab. wir alle können wieder Kopf und Schwanz einziehen und uns ducken, oder endlich wie freie Männer agieren. Noch (!) könnten wir das! Wenn jeder von uns einmal träumen konnte, wenn jeder einmal für die Erreichung dieser Träume bereit war zu leiden, wenn viele von uns ihre Gesundheit opferten und viele andere für uns andere starben, so ist das unsere heutige Verpflichtung. Ja, die Geschichte der ganzen Menschheit ist unsere Verpflichtung, genau wie die Zukunft uns zum aktiven Tun verpflichtet. Die Zeit für die „Waffe“ ist vorbei, aber das gesprochene und geschriebene Wort ist - wissen wir es nicht alle - tatsächlich weit mächtiger als jedes Schwert, als jede R1 oder AK47. Noch (!) dürfen wir das Wort benutzen, noch! Heute, jetzt, müssen unser „das Wort unterstützender Back-Up“ unser Charakter und unsere Integrität sein - unsere Vaterlandsliebe und unsere Kinder und deren Kinder unsere Motivation. Sie sollen KEINE Knechtschaft, KEINE Unterdrückung, KEINE Unfreiheit mehr erleben müssen. Das müssen WI ihnen ersparen. Dafür müssen WIR uns heute einsetzen, dafür müssen WIR jetzt und heute Rückgrat zeigen. Keine dubiosen Erklärungen kleiner oder großer Mitläufer dürfen uns schrecken, keine falschen Feindbilder dürfen uns ablenken, keine noch so schlappe Opposition uns mutlos machen. Nein, nun müssen wir uns auf unsere Kraft verlassen, die in unserer Zahl und unserer geistigen Kapazität liegt; jeder muß aktiv werden da, wo er ist und mit den Hilfsmitteln, die ihm zur Verfügung stehen, und sei es „nur“ das Gespräch mit dem Nachbarn, „nur“ der Brief an die Zeitungen, „nur“ der Brief an den Präsidenten. Tausende Briefe müssen ihn erreichen, tausende die Zeitungen, tausende die NBC-Redaktionen. Der Protest muß zur Protestbewegung werden. Stille sein und bleiben und weiteres erdulden, führt uns dorthin, wohin Stille und Duldung andere Nationen führte. Jetzt müssen wir HALT rufen, HALT und KEHRT, KEHRT und ZURüCK ZUM GRUNDGESETZ unseres Landes. Dort ist unser Regelwerk für unsere Freiheit verankert, jeder Verstoß dagegen muß bestraft werden. Strafen können wir später an der Wahlurne, aber aktiv werden müssen wir jetzt. Es geht um unsere Träume, unser Leben, unsere Zukunft, unser freies Namibia. Dies gilt es zu verteidigen, nichts anderes ist wichtiger und wertvoller als unsere Freiheit. Wir müssen zusammen unserer Regierung klar machen, daß wir ihr Tun abkören und keinesfalls dulden werden. Wir müssen deutlich machen, daß wir die Wortwahl verschiedener Minister als die Wortwahl von Primitivlingen einschätzen, das Wort „crush“ in all seinen Formen sollte aus dem politischen Wörterbuch in diesem Land gestrichen werden. Wir werden stalinistische Methoden nicht mehr zulassen, wir werden nie mit Robert Mugabe als Vorbild für namibisches Tun einverstanden sein und wir lehnen es ab, von überalterten, verkalkten und machthungrigen „Führern“, deren Zeit vorbei ist, in den nationalen Untergang geführt zu werden. Wir lehnen es ab, ihren Speichelleckern zuhören zu müssen und wir lehnen es ab, auch weiterhin den Niedergang des öffentlichen Sektors auf allen Ebenen dulden zu müssen. Wir lehnen es ab, auch weiterhin das Futter für einige wenige Raubtiere sein zu müssen, wir wollen die sofortige Restauration von Freiheit, Meinungsfreiheit und den bürgerlichen, demokratischen Rechten, wir wollen endlich das haben, was uns versprochen wurde seit 17 Jahren: eine wahre namibische Demokratie ohne Furcht, ohne Speichelleckertum, ohne „Radfahrertum“. Wir wollen freie, glückliche Menschen in einem freien, glücklichen Land sein! |
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