PLUS-Reise in den Caprivi

Friday 25th of May 2007
Hildegard Rohlwink
Eine Reise kann noch so gut vorbereitet und geplant sein, daß sich nicht unvorhergesehen dem Reiseablauf ein Bein stellt. Aber dieses bringt einer Reise auch die richtige Würze, denn sonst könnte man später nicht von den kleinen, nicht eingeplanten Begebenheiten berichten. Wir, die wir der 2. Variante angehörten, wurden wie geplant von Heiko kesselmann zum Internationalen Flughafen gebracht - flogen nach Vic-Falls, füllten das Einreiseformular aus, zahlten die Visagebühren und erhielten dafür die schönste Einreisequittung in Form eines Einklebers in der Größe einer Paßseite mit einem silbernen Emblem in der Größe eines 10-Cent-Stückes.
Ein Bus stand schon bereit, uns zum Zambezi Sum Hotel zu bringen. Im Hotel erwarteten sie uns schon und brachten uns mit Gepäck mit Elektrofahrern zum Zimmer. Es war ein Zimmer zum Wohlfühlen! Machten die Schiebetür zu der Parkanlage auf, hatten aber nicht mit den niedlichen kleinen Äffchen gerechnet. Schwuppdiwupp war einer im Zimmer, sprang über den Sessel auf die Anrichte, wo Kaffee, Milchpulver und Zucker lagen und schnappte sich die Zuckertüten - und raus war er wieder. Für uns war es eine kleine Lehre: “Führe keinen in Versuchung”.
Um die Zeit zu überbrücken bis diejenigen, welche die Tour von Windhoek mit dem Bus gemacht hatten, eintrafen, spazierten wir zu den Victoria-Fällen, setzten uns danach an die Bar und tranken ein hervorragendes, gut schmeckendes Simbabwe-Bier. Der Barkeeper war ausgesprochen nett und reservierte uns zum Dinner einen Tisch für Raucher, weil einer von uns sich nach dem Essen genußvoll ein Räucherstäbchen anzündete. Wenn man solche Freundlichkeiten und den Komfort erlebt, kann man sich nicht vorstellen, wie es im Landesinneren zugeht.
Bis hierhin war für uns alles perfekt. Da aber, als die mit dem Bus angereist sind, eine halbe Stunde später als geplant ankamen, war das Boot für die Sundownerfahrt auf dem Sambesi schon abgefahren. es gab unter den 16 der Reisegruppe - mit nterschiedlichen Charaktern, eine heiße Diskussion. Frau Feddersen arrangierte für den nächsten Tag gleich nach dem Frühstück eine Fahrt auf dem Sambesi. Nach dieser Fahrt ging es mit dem Reisebus weiter. Was wir nicht ahnten war, daß sich dies zu einem Trimm-Dich-Pfad entwickelte, denn bei jeder Ein- und Ausreise in ein anderes Land hieß es: “Raus aus dem Bus, Zettel ausfüllen, Stempel abholen, wieder rein in den Bus”. Am Ende der Reise waren alle so perfekt und gelenkig, daß man sich jünger fühlte.
Nach dem Aufenthalt im Hotel und der Bootsfahrt ging es dann weiter flußaufwärts zur Fähre über den Sambesi. Bevor die Fähre erreicht wurde, mußte der Fahrer des Busses durch links und rechts stehende Lastwagen-Kolonnen manövrieren, die auf ihre Abfertigung warten mußten. Auf der Fähre durfte keiner im Bus bleiben. Das hieß: “Raus aus dem Bus, zu Fuß auf die Fähre, und nach der Überfahrt wieder rein in den Bus”. Hier waren wir dann in Botswana. Also auf zur luxuriösen Ichingo Lodge auf Impalila. Das Gepäck wurde gleich auf die Unterkünfte verteilt, und man konnte sich dort ein bißchen frisch machen.
Bis dahin war alles ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Als wir dann aber die Lodge betraten, war dort ein unangenehmer Disput entstanden, weil das Gepäck von einem Ehepaar im Hotel nicht mitgekommen war. Da wir unsere gute Stimmung nicht vermiesen wollten, zogen wir uns zurück. Nach einem Anruf hatte man die Reisetasche und den Rucksack im Hotel gefunden und mit dem Auto zu einem Bootsanleger gefahren, wo der Betreiuber der Lodge es mit dem Boot abholte.
Die Sundowner-Fahrt war ein einmaliges Erlebnis auf dem Chobe. Um die Eindrücke dieser Fahrt zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen.
Nach dem Dinner und einem Absacker ging es in die Unterkünfte. Wir ließen das Erlebte Revue passieren und schliefen ohne Moskitos glücklich und zufrieden ein.
Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es mit einem kleinen Safariboot zum Hausboot. Diese Bezeichnung ist etwas tiefgestapelt. Für uns war es ein kleines schwimmendes Hotel mit mindestens 3 Sternen. Das Safariboot wurde in Schlepp genommen für die nächste Wildbeobachtungsfahrt. Das kleine „Hotelschiff“ fuhr uns auf den Flußläufen des Chobe und Sambesi zwischen den Inseln, die die Elefanten schwimmend erreichten, um dort zu äsen.
Am Abend wurde das „so genannte“  Hausboot an zwei im Wasser stehenden Bäumen festgemacht. Nach dem Dinner, das auch hervorragend war, bedarf es keiner detaillierten Erörterung, weil Essen nicht das Hauptthema der reise gewesen ist. Man bestaunte den Sternenhimmel, der von der Lichterflut einer Stadt nicht beeinflußt wird. Dazu gehörte auch das grunzen und Schmatzen der Hippos.
Für den nächsten Morgen stand wieder eine Wildbeobachtungstour auf dem Programm. Um 6 Uhr morgens eine Tasse Kaffee und dann los. Um 9 Uhr dann Frühstück.
Wir waren von den Eindrücken schon derartig übersättigt, daß wir auf diese Fahrt verzichteten. Wir schliefen lieber richtig aus und genossen den Panoramablick aus unserer Kabine. Nach dem Frühstück um 9 Uhr Transfer nach Kasan - Fahrt durch den Chobepark mit dem Bus nach Katima Mulilo. Dort im Baobab Restaurant mit einem Bier die Kehle angefeuchtet - und da noch Zeit war bis zum Abflug: ein Abstecher zum uralten Baobab-Baum. In einer Niesche des Baumes befand sich eine Toilette. Die soll angeblich vor 50 Jahren als öffentlicher Notdurft-Platz besucht worden sein.
Am Flughafen einchecken und Rückflug ohne Turbulenzen nach Windhoek. Zuhause angekommen, läutete schon das Telefon. Gleich die Frage: Na, wie war es?“ Antwort: : „Könnt Ihr gleich in der nächsten PLUS-Ausgabe nachlesen“.
Zum Schluß noch einen Dank an den Reiseveranstalkter Heiko Kesselmann, der es verstanden hat, eine 4-Tage-Reise mit 3 Übernachtungen so perfekt zusammernzustellen, daß keiner der Reisenden enttäuscht war. An die Reiseleiterin Silvelyn Feddersen, die es trotz kleiner Unebenheiten im Ablauf der Reise möglich gemacht hat, daß zum Schluß der reise alle zufrieden waren - und zum Schluß: dem Fahrer Dennis, der den vorgegebenen Reiseablauf so gut wie möglich eingehalten hat.

Das wunderschöne “Hausboot” Ichobezi (von der Ichingu Lodge)

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