![]() |
![]() |
|||||||||||||||
|
Friday 15th of June 2007 Ein bißchen Eiertanz lag in der Luft, als einer der freigesprochenen Caprivier, Vincent Siliye, auf einer Pres-sekonferenz ankündigte, er werde eine Entschä-digung von der Regie-rung verlangen. Denn einerseits wurde er tat-sächlich illegal verhaf-tet (sogar aus Botswana „audgeliefert“) und keineswegs im Rahmen der Bestimmungen unserer Verfassung (Artikel 7) oder interna-tionaler Menschenrechte behandelt. Andererseits möchte er sich doch gar nicht auf Namibias Verfassung berufen, die nämlich im ersten Satz schon das einheitliche Gebiet der Republik Namibia festschreibt. back Siliye betonte immer wieder, daß er sich als Caprivier betrachtet, nicht als Namibier. Die Geschichte und die Geografie seien daran schuld. Theoretisch kann man auch gegen das südafrikanische Regime gewesen und dennoch Paßträger jener Republik gewesen sein oder auf südafrika-nischem Gebiet gearbeitet haben. Immerhin wurde klar, daß die nami-bische Verfassung keine erneute Ver-haftung aufgrund der gleichen Klage vorsieht. Siliye ist also tatsächlich ein freier Mann. Und der Staatsan-walt hat auch keine Berufung gegen diese Freilassung eingelegt. Auf Fragen, wie er sich denn fühle, jetzt wo er die Unparteilichkeit des Gerichts akzeptieren müsse und wo er freigesprochen wurde - „von einem Gericht, das Sie nicht aner-kennen“ - antwortete der ehemalige „politische Häftling der Namibier“, daß er „in erster Instanz gar nicht hier sein müßte; ob das Gericht legal oder illegal sei, ändere nichts an seiner Situation, denn er sei aufgrund politischer Motive verhaftet worden. Ich bin geborener Caprivier, nicht Namibier“. Dann forderte er Namibias Regierung auf, die „Einschüchterungen“ der Caprivier aufzuheben: Die Bevöl-kerung fühle sich eingeschränkt, denn sie könne kaum freie Gedanken (zum Thema Abtrennung des Zipfels) äußern. So sei die Meinungsfreiheit eingeschränkt. Tatsächlich sollten die Medien sogar helfen, die Angst im Caprivi abzubauen, so wünschte Siliye. Immerhin wurde in den Räumen der Menschen-rechtsorganisation keine Gewalt gepredigt. „Wir werden uns weiterhin für eine friedliche Abtren-nung des Caprivi einset-zen“. Was anderes wäre kaum denkbar. Deshalb müßte eine poli-tische Lösung angestrebt werden. Eine Lösung, die die Menschen-rechte (Namibias Verfassung) anerkennt UND den Willen der Caprivier beachtet (falls eine demo-kratische Mehrheit dies wünscht). Nun ist es aber mit demokratischen (und ethnischen) Gruppen in Namibia nicht so einfach: Was macht Reho-both, was die Herero, wenn der Caprivi, der zugegebenermaßen „völlig anders“ ist, mit solch einer Politik Erfolg hat. Vor allem die Rehobother könnten schweres Ge-schütz auffahren (nicht martialisches, bitte!) Es geht nicht um Reichtümer (der Caprivi hat Wasser, aber keine Bodenschätze) und Finanzen, - etwa: ob eine Republik Caprivi existenz-fähig wäre. Es geht vielmehr darum, daß dieser Caprivier - und einige andere genau wie er - sich politisch in Namibia nicht wohlfühlt. Die junge Demokratie kann dieses Problem nicht lösen. Eine Revolu-tion muß abgelehnt werden (der Aufstand war illegal). Eine Lösung zu finden dürfte noch schwieriger sein, als die Quadratur des Kreises. Eindeutig - wenn man der Darstel-lung und Kritik Phil ya Nangolohs folgen darf - sind unzählige Verfah-rensfehler begangen worden. Die Caprivier können und müssen einem leid tun. Toleranz scheint einige Caprivier - vermutlich aus politi-schen Motiven - nicht zu interes-sieren. Ungeklärt blieb die Frage, ob es irgendwann vor der Unabhängigkeit Versprechen gegeben hat, daß CANU oder eine andere Partei im separaten Caprivi herrschen dürfe, sobald die Caprivier mit ihren Stimmen die damalige Exil-Swapo in Namibia ans Ruder gebracht hätten. Ein inter-essanter Aspekt!? |
|||||||||||||||
![]() |
Plus online by Plus Weekly |
![]() |
||||||||||||||





