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Friday 15th of June 2007 ...Abschaffung von Traditionen back Die Bundeswehr schafft traditionelles Liedgut ab, ändert „deutsch“ zu „grün“ und lässt seine Solda-ten am Ende vielleicht nur noch den Ohrwurm „Es gibt kein Bier auf Hawai“ singen. Darüber habe ich mich in einer früheren Kolumne bereits ausgelassen. Dazu passt natürlich auch eine Information, die mir jetzt erst zugänglich wurde: Das Verteidigungsministerium, unter Peter Struck (SPD) hat dem Jagdgeschwader 74 der Bundesluftwaffe den Traditionsnamen „Werner Mölders“ aberkannt. So geschehen vor bereits 2 Jahren. Leider liegen mir keine Infos vor, wie sich die sogennnten Konservativen in der CDU/CSU bei dieser Abstimmung (die es ja wohl gegeben hat) verhalten haben. War es nicht ein deutscher Bundespräsident der mal sagte: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschliesst, wird blind für die Gegen-wart...Traditionspflege ist Teil der soldatischen Erziehung und Ausbildung. 1973, bei der Namensgebung einer Kaserne und besagtem Jagdgeschwader wurde Mölders noch von allen Parteien gewürdigt, als untadeliger Offizier und Jagdflieger (Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillianten). Der Ritterkreuzträger und spätere Luftwaffeninspekteur, Generalleutnant a.D. Günther Rall schrieb über Mölders: „...sie in den toten Winkel der Geschichtsbetrachtung zu verbannen, hiesse, den Jungen die Chance zum Nachdenken und Lernen zu nehmen. Mölders war ein Mann von Charakter, ein Offizier, wie so viele zunächst geblendet von den Erfolgen des Systems, aber fest im katholischen Glauben und im Ethos anständigen Soldatentums verwurzelt. Er war nicht korrumpierbar, auch nicht durch die Fülle der Auszeichnungen...ich kenne keinen seiner Untergebenen der nicht mit grosser Hochachtung von ihm spricht...“ Das galt bis 2005! Und es gilt heute noch – nur offensichtlich nicht mehr in der Bundeswehrführung. Es ist einfach traurig wie man mit seiner Tradition umgeht. Andere müssen für uns sprechen, z.B. der französische Staatspräsident Mitterand erklärte am 8. Mai 1995 anlässlich des 50. Jahrestages des Kriegsendes: „Die deutschen Soldaten – sie waren tapfer. Sie nahmen den Verlusst ihres Lebens hin, sie liebten ihr Vaterland. Ich verneige mich vor ihnen allen und ihnen gehört meine Hochachtung und Verehrung.“ Undenkbar, dasselbe aus einem Mund unserer aktuellen Politiker, egal welcher Couleur, eine solche Aussage zu vernehmen! Der Traditionserlass der Bundeswehr von 1982, der immer noch gilt, wird seit langem in sein Gegenteil verkehrt. Dort heisst es nämlich:“Tradition verbindet die (Soldaten-) Generationen, sichert die Identität und schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Tradition ist eine wesentliche Grundlage für menschliche Kultur.“ Wenn sich die Politiker nur dieser (eigenen) Aussage ab und an erinnern würde! Und zum Schluss: Von Raymond Aron stammt die Erkenntnis, „dass man den Charakter einer Nation daran erkennt, wie sie nach einem verlorenen Krieg mit ihren Soldaten umgeht.“ Daran gemessen hat der Grossteil der meinungsbildenden, intellektuellen und politischen Klasse recht wenig Charakter. |
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