Namibier in Deutschland: Libertida Jod aus Maltahöhe

Saturday 23rd of June 2007
Birgit Münz
Afrikahalle ITB 2007 Berlin – auch ein Treffpunkt für Namibier, die ein kleines bisschen Heimweh haben. Hier traf die NamibiaPLUS- Mitarbeiterin Birgit Münz die aus Maltahöhe stammende Libertida Jod, die sich gerade für ein Jahr als Au Pair-Mädchen in Berlin aufhält. Während einer Kaffeepause und im Gespräch mit dem Botschafter Lesothos, Dr. Makase Nyaphisi, erfuhr PLUS, dass Libertida zuvor in Namibia am Damelin College Community Tourism studiert hatte und in Berlin gerade ihre Deutsch-kenntnisse auf Vordermann bringt. Auf die Bitte von Birgit Münz berichtet Libertida nun von ihren Eindrücken, die sie in Deutschland gesammelt hat:
„Weshalb ich nach Deutschland kam, hatte viele Gründe. Ich traf viele Deutsche in Namibia. Mich inter-essierte das Land, aus dem sie kamen, und ich wollte die Sprache lernen. Außerdem habe ich einige Freunde in Deutschland, darunter eine ganz besondere Freundin, die ich von vorherigen Deutschlandaufenthalten kenne. Als Mitglied der Bridge Walkers aus Katutura hatte ich bereits an drei Begegnungen mit der ESG (Evangelische Studentengemeinde) Oldenburg in Deutschland und Namibia teilgenommen.
Ich bin als Au Pair-Mädchen nach Berlin gekommen und sollte mich um vier Kinder kümmern. Es sind drei Mädchen und ein Junge im Alter von 4, 8, 9 und 11 Jahren. Von Anfang an war es leicht mit der Familie umzugehen, obwohl es mit der Sprache ein bisschen schwierig war. Nach einer Woche in Berlin sollte ich mich an einer Fremdsprachenschule anmelden. Ich war sehr nervös, denn es war mein erstes Mal, dass ich alleine in der großen Stadt unterwegs war. Ehrlich gesagt hatte ich Angst. Zuvor brauchte ich keinen Stadtplan zu benutzen, weil ich immer mit Taxis gefahren war. Ich dachte, ich werde mich so verlaufen, dass ich nie wieder meinen Weg nach Hause finde. Diese Erinnerung ist jetzt so weit entfernt, es ist kaum zu glauben, dass ich so weit gekommen bin.
Durch den Sprachkurs lernte ich viele Menschen aus der ganzen Welt kennen. Es ist aufregend mit einer Gruppe unterwegs zu sein, in der jeder aus einem anderen Land kommt: Brasilien, Sri Lanka, Russland, Australien und und und. All diese Länder kannte ich bisher nur von Landkarten.
Das Leben in Berlin ist interessant - in Berlin leben ca. dreimal so viele Menschen wie in ganz Namibia. Es ist faszinierend zu sehen, wie viele verschiedene Gesichter Berlin hat. Immer ist etwas irgendetwas los. Ein besonders Erlebnis war es, Patentante von der Tochter meiner Freundin zu werden und die Taufe mit vielen Freunden zu feiern.
Manchmal verwirrt es mich, dass die Deutschen auf der eine Seite sehr direkt und auch unsensibel sein können, aber auf der anderen Seite sind sie besonders höflich, z. B. sagen sie „Sie“ zueinander. Und sie mögen es, sehr korrekt zu sein.“
Ihren Gesamteindruck fasst Libertida mit folgendem Satz zusammen: „Ich hatte einfach eine super Zeit, aber ich freue mich auch wieder darauf nach Hause zu fliegen, um wieder Fleisch zu essen.“ Seit Sonntag ist Libertida nach einem Jahr wieder in ihrer Heimat Maltahöhe – mal sehen für wie lange.

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