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Thursday 28th of June 2007 Da gab es den G-8-Gipfel - und aus der Perspektive von Nami-bia aus fand der Beob-achter einige interes-sante Punkte: Einerseits wollen wir gern den Anschluß an Globali-sierung gewinnen, an-dererseits gibt es Reali-täten, die gerade dieses Bestreben abtöten. back Eine Realität ist, daß auch z.B. Hage Geingob am Afrikatag in Swakop-mund die Bildung der Vereinigten Staaten von Afrika befürwortete (das kann man durchaus), aber er tat es aus einem seltsamen Grund: Er wünscht sich dabei eine Einheit, die endlich das koloniale Joch abschüt-telt - und alles, was als „westliche Werte“ durchgehen könnte. Ist das den Befürwortern von „größerer Hilfa für Afrika“ bewußt? Geingob nannte als Freiheitshelden (in einem Atemzug!!) Mandela und Nujoma. Komisch! Ein weiteres Merkmal der „afrika-nischen Vereinigung (als Teil der Globalisierung) ist die gemeinsame Front gegen die angesprochenen westlichen Werte. Das kann eigent-lich nur bedeuten, daß Maßstäbe der Industrienationen nicht gelten sollen. Und eine Realität, mit der Afrika bestimmt nicht leicht fertig werden wird, ist die Armut. Warum nehmen denn viele Flüchtlinge große Risiken auf sich, um schwimmend und fast verhungert den europäischen Konti-nent zu erreichen? Warum gibt es solches Ausmaß an Armut, wo doch afrikanische Länder vom Reichtum der Bodenschätze und Mineralien leben könnten? Ein Blick auf unsere Gesellschaft zeigt, daß auch im 21. Jahrhundert noch viele Bettler und Arme in Müll-tonnen herumwühlen, daß man von 36 bis hin zu 50 Prozent Arbeitslosen spricht, daß Fachkräfte überall fehlen. daß viele Unternehmen zunehmend schlampig arbeiten. Und daß bis zu ein Drittel unserer Bevölkerung unter der „international festgelegten“ Armutsgrenze von einem US-Dollar pro Tag leben. Gut, viele dieser Menschen sind dennoch glücklich. Glücklicher als die Teilnehmer an Workshops, die sich von „free lunch“ zu „free lunch“ durchfuttern. Aber die Erfahrung zeigt, daß es den nationalen Regie-rungen in Afrika nicht gelungen ist, Armut zu bekämpfen. Wie will Afrika - die Vereinigten Staaten von Afrika - das schaffen? Im Gegenteil: die Armut könnte zum Pulverfaß werden. Man muß z.B. mit den ehemaligen Swapo-Kämpfern vorsichtig umgehen... es sei denn, sie gehören zur Taktik, Farmbesetzungen durchzuführen, falls die friedliche Enteignung nicht klappen sollte. Kluge Reden und zahlreiche Auffor-derungen an den Privatsektor allein bringen keine Lösung. Die Resultate der Regierungsmaßnahmen brachten keinen Erfolg! Und die Zuwanderung aus China bedeutet nicht automa-tisch, daß unser eigenes Volk voll beschäftigt ist. Es gibt kein namibi-sches Wirtschaftswuder! Im Gegen-teil: der Vergleich mit den asiati-schen Hilfskräften macht klar, wie unterschiedlich die Arbeitsethik und der Fleiß sind. Die Mentalität unse-res Kontinents ist anders! Das ist nicht abwertend gemeint, macht aber die Lösung der Probleme schwieri-ger! Es bringt auch nichts, wenn sich Afrikas Bürger immer wieder gegen-seitig auf die Schulter klopfen - und vor Mißständen (wie in Simbabwe) die Augen schließen. So bekämpft man die Armut nicht. So gewinnt man aber auch nicht den Wettlauf mit anderen Wirtschaftsblöcken oder „Vereinigten Staaten“. Armutsbekämpfung, wie sie von Gegnern des G-8-Gipfels gefordert wurde, kann nicht durch Workshops, Konferenzen im Hochsicherheits-trakt Heiligendamm oder beim Galadinner geschehen. Es ist eine humane Aufgabe, die von Idealisten vorgenommen wird. Nicht von Ka-pitalisten, Finanzhaien oder Geldge-bern, die Schnee nach Afrika tragen. Aber auch die zunehmende Anzahl von Arbeitslosen kann kaum helfen. Nicht einmal die Leute, die schnell sehr reich geworden sind. Kümmern diese sich eigentlich um Armutsbekämpfung? |
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