Denk ich an Deutschland...

Friday 20th of July 2007
Bernd Kroemer
und deutsche Leitkultur...
ein Begriff der schon fast zu Aufständen in linken Kreisen führte! Entnommen wurde dieser Begriff höchstwahrscheinlich dem Buch des Islamwissenschaftlers Bassam Tibi, „Europa ohne Identität“, der hier von einer europäischen Leitkultur sprach.
Voller Anerkennung spricht Tibi von der west-lichen Zivilisation die alles bietet was eine Leitkultur ausmacht: Demokratie, Laizismus (Trennung von Kirche und Staat), Aufklärung, Menschenrechte und individuelle Freiheit.
Alle Probleme Europas finden sich in Deutschland wie im Brennglas gebündelt und hier wird und wurde der Begriff Deutsche Leitkultur heftig diskutiert.
Vera Lengsfeld (MDB bis 2005) sprach zu diesem Thema in einem Vortrag:
Deutsche Leitkultur wurde nicht von dem CDU-Politiker Friedrich Merz geprägt, sondern von dem Zeit-Herausgeber Theo Sommer, in der Diskussion um Integration und Kernwerte der deutschen Gesellschaft. Es ging dabei um die Frage, welche Forderungen Deutschland an seine Einwanderer stellen sollte. Wenn wir, was viele leugnen, ein Einwande-rungsland sind, dann müssen wir uns auch so verhalten! Die klassischen Einwanderungsländer stellen hohe Anforderungen an seine Einwanderer, was ihre berufliche Qualifikation und ihre Sprachkenntnisse betrifft. Auch ist in den klassischen Einwandererländern von vornherein klar, daß sich die Zuwanderer zu integrieren haben. Nicht so in Deutschland. Offiziell kommen hierher nur Asylsuchende (ohne Papiere, mit falschen Angaben). Während sie auf ihre Anerkennung als politisch Verfolgte warten, dürfen die Einwanderer nicht arbeiten, sondern werden vom ersten Tag an vom deutschen Sozialsystem versorgt. Diese materielle Versorgung ist zum Teil erheblich besser als in den Herkunftsländern, sodaß eine unbekannte aber nicht unbeträchtliche Anzahl der Einwanderungen eine, in das soziale Netz unseres Landes ist.
Freilich wird das nicht thematisiert, wenn man mit einem gewissen Stolz darauf hinweist, daß mittlerweile mehr als 20% der Bevölkerung Deutschlands einen „Migrationshintergrund“ hat.
Beträchtliche Teile dieser Mitbürger haben trotz jahrelangen Aufenthaltes in Deutschland die Sprache nicht gelernt. Auch deren Kinder nicht! Sie verlassen die Schule ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Diese Jugendlichen haben nicht nur schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt sie sind auch anfälliger für jegliche Art von Verführung, sei es krimineller oder politischer Art. Die Forderung nach Integration hat deshalb vor allem etwas mit der Verbesserung von Lebenschancen für junge Menschen zu tun. Erst jetzt setzt sich die Erkenntnis durch, daß Deutsch lernen muß, wer in Deutschland dauerhaft leben will. Das ist aber zu wenig! Wer hier leben will, muß auch den westlichen Wertekanon anerkennen!!!!
Der Westen kann stolz sein auf die Durchsetzung von Menschen-und Bürgerrechten, die Gleichberechtigung der Frau, das Recht in der sexuellen Orientierung. Die Trennung von Religion und Politik ist für uns so selbstverständlich geworden, dass es uns schwer fällt zu begreifen, daß in einigen Moscheen unseres Landes zum Haß auf die westliche Lebensweise und zum Kampf gegen die Ungläubigen  aufgerufen wird.
Wir wagen es nicht, das Tragen von Kopftüchern in der Schule und für Angestellte des Öffentlichen Dienstes zu verbieten, obwohl das in der Türkei seit langem die Norm ist! In Anatolien sterben die traditionellen Vielkinderehen aus, weil sich keine türkische Familie einen solchen Kinderreichtum mehr leisten kann. In Deutschland feiert diese Vielkinderfamilie fröhliche Urständ, weil der Steuerzahler für den Unterhalt dieser Familien aufkommt.
Glaubt wirklich jemand, die alternden Deutschen könnten ihr Geburtsdefizit auf diese Weise ausgleichen?
Deutschland tut sich schwer mit der Formulierung einer Leitkultur, weil die Deutschen selbst nicht mehr wissen, welchem Leitbild sie folgen wollen.
Die zupackende Tatkraft der Wirtschaftswunderjahre, die den Wohlstand möglich machte, um den uns der größte Teil der Welt heute noch beneidet, ist längst einer nörgelnden Anspruchshaltung gewichen, die eher hemmt, als daß sie anspornend wirkt.

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