Menschenrechte

Friday 14th of September 2007
"Vernunft ist gefragt"
Ein Menschenrechtler geht “seinen” Weg. Es ist ein gefährlicher Weg. Gefährlich für ihn selbst und auch für seine Nation, für die er ja in seinem Selbstverständnis da ist. Darf man in dieser Situation einmal im Lexikon nachschlagen, was nun eigentlich Menschenrechte sind und ob es innerhalb dieser Rechte auch Wertunterschiede gibt?
Wir finden in den Grundrechten der Menschen Begriffe, die sich schlecht nur in Spalten „wichtig“ oder „wenioger wichtig“ einordnen lassen. Diese Rechte bilden zusammen ein inniges Gefüge, welches seine Stabilität verliert, nimmt man das eine oder das andere Recht weg, wie es ja bewiesen wurde in verschiedenen Staaten zu allen  Zeiten. Ja, selbst heute noch finden wir das häufig noch in aller Welt.
Das Recht auf Leben in Frieden, Sicherheit und Freiheit scheint aber von uns als übergeordnet angesehen zu werden. Sollten wir bei uns darum nicht bereit sein, diesen Rechten andere Rechte zeitweise unter-zuordnen? Dies auch im Hinblick dar-auf, dass Leben, Frieden, Sicherheit und Freiheit kaum irgendwo in der Welt garantiert sind, unsere heutigen Gesellschaftssysteme sind ja jung und entwickeln sich noch. Dauerhafter Frieden ist überall ein seltesnes, kostbares Gut: in Afrika wollen wir es uns gerade erst erarbeiten und wir tun uns sehr schwer damit.
Ein Menschenrechtler muss sich also fragen, ob er das recht auf Frieden aufs Spiel setzen darf, um ein anderes, ein „minderes“ Recht einzufordern. In einer noch gärenden Nation voller Unterschiede, voller Ignoranz und voller angst muss aufbauend kritisiert werden, ein Spiel mit dem Feuer dagegen, welches den mühsam errungenen Frieden in Gefahr stellt, darf es einfach nicht geben. Es darf auch nichts unternommen werden, um der Nation ihren Seelenfrieden zu nehmen, heute genügt schon ein Funke, der den aufgespeicherten Frust, das wachsende Minderwer-tigkeitsgefühl, die Erkenntnis, den einen „Master“ nur mit einem „ande-ren“ vertauscht zu haben, explodieren lassen kann. Wem wäre damit geholfen?
Es sind jetzt insbesondere die seriösen Zeitungen, die sich bewähren müssen. Jetzt dürfen die Redaktionen nicht nur „für den Tag“ schreiben, jetzt müssen sie Öl aufs stürmische Wasser giessen, beruhigend und aufklärend wirken, auf Sensationsberichte verzichten. Jetzt müssen die Redaktionen beweisen, dass sie ausbildungsmässig und charakterlich über dem Durchschnitt der Bevölkerung stehen. Sie scheinen die letzte Hoffnung zu sein, alle anderen Institutionen versagten bisher; jedenfalls sieht es aus dieser Perspektive so aus.
„Vernunft ist gefragt“

back
 

Plus online by Plus Weekly
Publisher: Feddersen Publications cc.
email : info@namibiaplus.com
Tel: +264 (0)61 233635
Fax: +264 (0)61 230478
P.O.Box 21506
Windhoek
Namibia