Simbabwe-Spezial: Wussten Sie schon, dass...

Tuesday 1st of July 2008
PLUS
. etwa 30 Waisenkinder aus Simbabwe nach Südafrika flohen? Ihre Eltern sollen von Mugabes Schergen umgebracht worden sein.
...der ehenalige Präsident von Sierra Leone  Chef der AUI-Wahlbeobachter war? Agmed Tejan Kabbag verneigte sich huldvoll vor Mugabe, als dieser seine Stimme abgab und meinte (früg morgens!): „Ich bin sehr beeindruckt, wie iordentlich die wahl organisiert worden ist“.
... es trotz geringer wahlbeteiligung auch lange Schlangen in Simbabwe gab? Sie standen nach Brot an.
... Wahlbeobachter sich keine Mühe gaben, ihre Kontrollposten einzunehmen? Die Bars, Wellness-Abteilungen und Gymnastikräume der Hotels waren ausgebucht.
... Mugabe mit 50 Leibwächtern an die Wahlurne ging?
... der Name Morgan Tsvangirai auf dem Wahlzettel erschien? Er hatte seine Kandidatur schließlich nicht „21 Tage vor dem ersten Wahlgang“ (29. März) eingereicht.
... Mugabes Getreue die nummerierten Wahlzettel genau kontrollierten? Und Wähler wurden gewarnt: Man werde überprüfen, ob sie die rosa Markierung am kleinen Finger hätten. Einige Anhänger Tsvangirais entdeckten die Farbe auf dem Schwarzmarkt. Andere machten die Wahlzettel ungültug. Es soll für Mugabe weniger Stimmen gegeben haben als die Anzahl ungültiger Wahlzettel. Und bereits vor der Wahl mußten 64 000 Soldaten und Polizisten unter Aufsicht ihre Stimmen abgeben.
...Mugabes Frau Grace schon vor der Stichwahl vorgersagte, daß ihr Mann 75 Prozent der stimmen bekommen würde.
...eine deutsche Firma (Giesevke & Devrient) das Spezialpapier zum Drucken von Geld nach Simbabwe liefert? Die EU hat keine Handelssanktionen gegen Simbabwe erlassen, aber ein großer Teil des geldes wird dazu genutzt, auf dem Schwarzmarkt Devisen zu kaufen, mit denen Waffen gekauft werden. Die Inflationsrate lag am Wahltag bei zwei Millionen Prozent; der 75-Milliarden-Dollar-Schein war am Tag der Ausgabe etwa N$ 55 wert.
... aus Angst um ihr Leben rund 300 Menschen kurz vor der Stichwahl in die südafrikanische Botschaft in Harare flohen?
... „Neu-Farmer“ per Lkw und Traktoren, die mit Wahlplakaten der Mugabe-Partei geschmückt waren, an die Wahllokale transportiert wurden? Sie wählten, „weil wir unsere Farmen nicht wieder verlieren wollen“. Als Fahrer fingierten Kriegsveteranen und die Parteispitze.
... die Wahlbeteiligung in manchen Lokalen so gering war, daß die Beamten Bücher lasen oder sich die Zeit mit Kartenspielen vertrieben?
... gleichzeitig in drei Wahlkreisen Parlamentarier gewählt wurden? Hier verlor ein Minister seinen Posten an die MDC.
... Wähler teilweise von ihren Stammeshäuptlingen an die wahlurne begleitet wurden?  Mit AK-47 Sturmgewehren bewaffnete Polizisten bewachten die Wahllokale.
... Senegal, Ruanda, Tansania, Botswana und Sambia ausdrücklich eine Verlegung der Sticjhwahl gefordert hatten?
... die MDC im Parlament von Harare die Mehrheit hat?
... im Vorfeld der Wahl seit März fast 400 Parteifunktionäre der MDC verhaftet wurden? Tsvangirai selbst wurde fünfmal verhaftet, bevor er in die holländische Botschaft flüchtete und dann seine Kandidatur zurück zog.. Außerdem sollen knapp 100 seiner Anhänger getötet worden sein, 200 000 wurden aus ihren Unterkünften vertrieben und „Tausende“ verletzt.
...in manchen Kirchen das Jesus-Bild gegen ein Bild von Mugabe ausgetauscht worden war?
... Mugabe in Bulawayo rund 21 000 Stimmen erhielt? Tsvangirai brachte es auf etwa 13 000 und es gab rund 9 000 ungültige Stimmzettel.

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