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Wednesday 9th of July 2008 Durch zwei Ereignisse könnte die Diskussion um die Zukunft des deutschsprachigen Schulwesens in Nami-bia wieder aufflammen. Die Arbeits- und För-dergesellschaft deut-scher Schulvereine (AGDS) ist mit Recht besorgt und wird das Thema auf der dies-jährigen Lehrertagung (18. bis 20. Juli in Arandis) an-schneiden. back Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Die Anzahl deutschspra-chiger Schüler geht seit Jahren stetig zurück. Vor 20 Jahren gab es 2 400 muttersprachlich deutsche Schülerin-nen und Schüler in SWA/Namibia. Vor 5 Jahren waren es etwa 2000, heute vielleicht noch 1850. Auch die Zahl der Erstklässler schrumpft: Von rund 150 vor 10 Jahren fiel sie auf 110 zurück. Nun hilft es wenig, eine Privatschule als „Konkurrenz“ einzustufen, nur weil sie einen „so genannten deut-schen Zweig für die Klassen 1 - 3“ einrichten möchte. Konkurrenz hebt das Geschäft, und alle Eltern sollten eine freie Wahl ausüben dürfen. Gerade in einer Zeit, wo Schulen kostenaufwändig werden und Kinder aus finanziellen Gründen benach-teiligt und ausgegrenzt werden (könn-ten). Und allzu schnell wird vor einer „Zersplitterung“ gewarnt... Allerdings - und damit kommen wir zum zweiten wichtigen Ereignis - wa-ren genau dieses auch die Argumente gegen die Swakopmunder Privat-schule, als diese vor zehn Jahren vorgestellt wurde. Erinnern Sie sich an das emotionelle Treffen in der Aula der Namib Grundschule (am 9. Sep-tember 1997). Ironie des Schicksals: Als es vor kurzem mit der Namib Grundschule bergab fing, nahm die Privatschule (wie gut, daß es sie in-zwischen gibt! - über Nacht etwa 50 Schüler auf. Der Kostenfaktor ist ein gültiges Ar-gument. Es gibt tatsächlich Eltern, die sich teure Schulen nicht leisten können - und dennoch Wert legen auf muttersprachlichen Unterricht (mit Allgemeinbildung und musischen Fächern) und auf pädagogisch einwandfreies Niveau. Wie peinlich für ein Kind, wenn es dann „benach-teiligt“ wird, weil das Schulgeld nicht pünktlich bezahlt wurde! Mit einem Sonderfonds für Bedürftige könnte Abhilfe geschaffen werden. So etwas gibt es... Es stimmt, daß Privat-schulen ihren Schülern die Fähigkeit, zu lernen und umzulernen, vermitteln. Es stimmt auch, daß manch ein Elternteil Angst vor weiterem Absinken des Niveaus an gewissen Regierungsschulen hat (berechtigt?). Und es stimmt, daß der Regierung kaum an einer Erweite-rung des Privatschulwe-sens gelegen sein kann - es sei denn, sie könnte dadurch Gelder einsparen. Privatschulen streben nach dem pädagogischen Ideal, ihren Schülern über den staatlichen Lehrplan hinaus Bildungsinhalte zu vermitteln. Das ist besonders nötig, denn wie oft reicht der Abschluß nicht einmal für die Universität. Und das Heer der Arbeitslosen wächst u.a. auch, weil diese Schulabgänger kaum mit den Anforderungen des „realen Lebens“ umgehen können. In der Zeit unmittelbar nach der Unabhängigkeit entstanden neue Privatschulen (Grootfontein, Otavi, Omaruru). Rückblickend darf man zufrieden und stolz sein, daß es sie gibt. Was sich seit dem ersten Gedan-kenaustausch im Hause Kinghorn (am 12. November 1994) und der öffentlichen Versammlung drei Jahre später in Swakopmund getan hat, kann doch so falsch nicht gewesen sein. Heute besuchen 188 Kinder die Schule, die „in einem Abstellraum“ begann. Was sie auszeichnet: Nicht die Null-Acht-Fuffzehn-Pädagogik, sonder „etwas mehr“. Man denkt unwillkürlich an den Unterricht sol-cher Idealistinnen wie Dörte Witte (dies nur als Beispiel, man möchte niemanden vergessen!) An dieser Stelle sei deshalb weniger lamentiert über die Gefahren für das deutsche Schulwesen (es hat sich seit 1920 immer wieder als überlebens-fähig erwiesen). Vielmehr sei den Personen gedankt, die sich unermüd-lich und unter Opfern und Einsatz ihrer körperlichen und geistigen Möglichkeiten für das Projekt Pri-vatschule(n) eingesetzt haben. Hier geht es um Einzelpersonen ebenso wie die Zusammenarbeit im Verein bis hin zur Dachorganisation (AGDS). Es geht nicht um „elitäre Isolation“ der Deutschsprachigen. Aber ohne Privatschulen hätte die Regierung keinen Grund, nach Klasse 4 überhaupt muttersprachlichen Unterricht anzubieten. Das hat sich seit etwa 90 Jahren nicht geändert. |
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