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Deutsche Muttersprache in Gefahr Wednesday 9th of July 2008 Die Arbeitsgemeinschaft verfolgt mit großer Sorge die Bemühungen einer neuen Privatschule in Windhoek, auch mutter-sprachlich deutsche Schü-ler für ihre Schule zu wer-ben, und besonders das Bestreben dieser Schule, einen sogenannten “deut-schen Zweig” für die Klassen 1 – 3 einzuführen. back Seit Jahren ist die Ge-samtzahl deutschsprachiger Schüler in Namibia rück-läufig und die jährlichen Neuanmeldungen für Klasse 1 sind besonders in Windhoek erheblich zu-rückgegangen. Dieser Trend wird anhalten, da sich auch in Namibia die “Kleinfamilie” etabliert hat, etliche deutsch-sprachige Schulabgänger in anderen Ländern studieren und dort ihren Wohnsitz nehmen und generell aus verschiedenen Gründen immer wieder besonders auch jüngere Menschen abwandern. Dieser Emi-gration steht keine nennens-werte Einwanderung ge-genüber. Zudem schicken jetzt schon einige deutsch-sprachige Eltern ihre Kinder auf Privatschulen, die keinen oder nur einen begrenzten Deutsch-unterricht anbieten. Diese Entwicklung bela-stet und schwächt die drei traditionell “deutschen Schulen” in Windhoek er-heblich, da kleinere Klas-senstärken höhere Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen bedeuten. An den zwei staatlichen Schu-len müssen Lehrkräfte privat besoldet werden, weil das Ministerium für Erziehung nur für jeweils 35 Schüler eine Planstelle bewilligt. Eltern mit einem geringeren Einkommen werden dadurch zusätzlich erheblich belastet. Vor diesem Hintergrund würde eine weitere Zersplitterung diesen Trend erheblich beschleunigen und damit den Fortbestand dieser Schulen in ihrer heutigen Form gefährden, ohne dass eine echte, kindgerechte, lebensfähige und erschwing-liche Alternative geschaffen werden kann und man schließlich “zwischen allen Stühlen” sitzt. Für viele deutschsprachige Eltern sind Privatschulen zu kostenaufwändig und schon aus diesem Grunde ist der Erhalt von Deutsch auch an staatlichen Schu-len eine Voraussetzung, dass Kinder nicht aus finanziellen Gründen benachteiligt oder ausgegrenzt werden und mög-licherweise jeglichen Un-terricht in ihrer Muttersprache vermissen müssen. Darüber hinaus sieht die AGDS diese staatlichen Schulen als echte Begegnungsschulen, in denen Jugendliche der verschiedenen Sprachgruppen zusammenkommen und sich gemeinsam auf ein späteres Miteinander als Bürger Namibias vorbereiten. Auch der seit Jahren bestehende Mangel an aus-gebildeten deutschsprachigen Lehrkräften in Namibia (der auch durch das große und aufwändige Stipendienprogramm der AGDS nur abgeschwächt werden kann) spricht dringend gegen eine weitere Zersplitterung, die perso-nell nur durch Abwerbungen bei anderen Schulen erreicht werden könnte. Deutschsprachige Eltern sollten (soweit es ihnen wichtig ist, dass ihre Kiner ihre Muttersprache beherrschen können) darauf achten, dass der Unterricht im Fach Deutsch als Muttersprache an der von ihnen gewählten Schule nachhaltig gesichert ist und bis zum Schulabschluss durchgeführt werden kann. |
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