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Tuesday 15th of July 2008 Der beliebteste Ort, an dem man zu jeder Zeit Namibier findet, ist... das Museum. Solange es die Geschichte knapp vor und vor allem nach der Unabhängigkeit ehrt! back Das bisher wohl berühmteste Beispiel ist nicht etwa der Heldenacker (der gehört eigentlich auch als Ganzes selbst in ein Museum, so denkwürdig ist er!), nein es ist das Militärmuseum in Okahandja. Wer dort anklopft, steht vor verschlossener Tür - und kann seit Jahren nicht hinein. Dabei sieht man vor dem Gebäude recht imposante Gegenstände. Nebenbei: genau so gigantisch stellt man sich ein Museum vor, das von Nordkoreanern entworfen wird. Aber zurück zum Militärmuseum in Okahandja: Niemand kann plausibel erklären, warum man nicht hinein darf. Nun gibt es eine mögliche Begründung: Es wird von Namibiern so häufig frequen-tiert, daß es auf Jahre hinaus komplett ausgebucht ist. Doch! Ja! 2008 können höchstens noch zwei Namibier in das Museum kommen. Wenn sie sich anmelden, sollten sie bitte unter 5 Jahre alt sein, denn sie werden die modernere Geschichte Namibias (und speziell das Militärische daran) ja doch erst in ein paar Jahren verstehen. Wenn überhaupt! Es gibt zwei Tage, an denen Besucher angenommen werden können: Am 30. Februar von 6 bis 6.30 Uhr und am 24. Dezember so ab 22.45 Uhr; allerdings muß bis spätestens 23 Uhr jeder das Militärmuseum wieder verlassen haben. Dann wollen die Wachen Weihnachten feiern. Mit bedauerndem Achselzucken kabnn man da nur sagen: „So ist die Situation“. Basta. Schließlich herrschen in Namibia noch Zucht und Ordnung. Und Pünktlichkeit. Und Re-spekt. Nicht wie in den USA, wo Kritiker eine Klär-anlage nach dem scheidenden Präsidenten Busch benen-nen wollen. Das würde in Namibia niemandem einfal-len. Aber ein Denkmal, - tja, da muß man natürlich ein anderes verschieben, damit man Platz für noch ein Museum hat. Denn erstens muß irgendwo klar dargestellt werden, wie historisch wichtig die Unabhän-gigkeit für eine bestimmte politische Gruppe war (so sehr wichtig, daß man die Erinnerungen anderer Gruppen am liebsten „nicht nur“ verschiebt). Liebe Leser, stellen Sie sich doch mal den Andrang vor, wenn plötzlich alle ins Museum wollen. Deshalb muß es schön groß sein und möglichst viel kosten. Man tut das ja alles fürs Volk! Und dann... könnte man ja versuchen, ob mit Hilfe eines Restaurants (wie am Heldenacker, aber nicht ganz so leer!) das Eintrittsgeld ergänzt werden kann. Ach ja, es könnten Workshops über die Geschichte (aber ohne „den“ Reiter, bitte) veranstaltet werden. Zum Thema: demokratische Gleichheit des Mienen-spiels in saurer Zeit... Oder: Demokratie ist, wenn eine (wichtige) Gruppe ihr eigenes Denkmal pflegt, wofür natürlich andere (Denkmäler, nicht Gruppen!) weichen müßten. Aber seien wir doch ehrlich: Die vor-handenen Museen - besonders jene, die an die Zeit nach der Unabhängigkeit erinnern, - sind überfüllt. Wir brauchen ein neues! Alles andere ist (ulkiger) Quatsch! |
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