Bush und Mugabe

Friday 18th of July 2003
Hans Feddersen

Eine britische Zeitung berichtete, wie man Robert Mugabe im Dezember los werden wird. Nun ist der Präsident Simbabwes tatsächlich einer von zehn Kommissaren (Staatssekretären) der Afrikanischen Union geworden (wie übrigens auch unsere Bience Gawanas), und damit gewinnt das Gerücht an Wahrscheinlichkeit.

Mugabes Rücktritt im Dezember ermöglicht Neuwahlen im Juni 2004. Angeblich hat Südafrikas Präsident Mbeki dem Besucher George Bush mitgeteilt, daß er persönlich dieses Versprechen von Mugabe eingeholt habe. Der Amerikaner versprach daraufhin ein "Paket zum Wiederaufbau Simbabwes" von etwa 10 Milliarden US-Dollar (76 Milliarden Rand) über einen gewissen Zeitraum.

Es gibt noch Differenzen zwischen Mbeki und Bush: Der Amerikaner wünscht einen gewählten Nachfolger für Mugabe - und stellt nur dann Aufbauhilfe bereit -, Mbeki wäre jedoch zufrieden, wenn Mugabe aus der regierenden ZANU-PF einen Nachfolger bestimmt. Es sei klar, daß Mbeki persönlich nichts von der Opposition in Harare hält, meldete der "Independent". Nachdem der Westen die letzten Wahlen in Simbabwe als gefälscht verurteilt hatte, forderte Bush wiederholt den Rücktritt Mugabes.

Als in dieser Woche bekannt wurde, daß Mugabe einer der 10 Sekretäre der AU werden soll, lobte man quer durch den afrikanischen Kontinent seine Verdienste als Freiheitskämpfer gegen den britischen Kolonialismus. Es hieß sogar, Afrika bewundere den ehemaligen Freiheitskämpfer - und der neue Posten sei eine angemessene Ehrung seiner politischen Verdienste.

Man kann Afrika ruhig in dem Glauben lassen. Man kann hinzufügen, daß die vermutlich längste Straße in Windhoek nach Mugabe benannt wurde. Das ändert nichts an der Tatsache, daß er auch Feinde hat. Und die vorige Wahl in Simbabwe fiel so knapp aus (abgesehen von Berichten, daß keineswegs alles mit rechten Dingen zuging), daß für Mugabe die Warnlichter flackerten. Auf den Tabakplantagen wurde nicht mehr produziert. Dann kamen Generalstreiks und die Benzinkrise hinzu. Die Wirtschaft war innerhalb kürzester Zeit am Boden. Gelder aus Amerika würden vor allem der Opposition Mut machen...

In Amerika wachsen die Schulden ebenfalls täglich, auch der Präsident war bis zur x-ten Auszählung der Stimmen ein Wackelkandidat. Aber man kann die Situation nicht vergleichen. Fakt ist, daß schon vielen Despoten ein Alterssitz im Exil angeboten (und finanziert) wurde.

Wir wünschen dem Land Simbabwe, daß e bald zur Ruhe kommt und sich dann von den politischen Wirren schnell erholt. Aber wir hoffen auch, daß das Land nicht von Washington erpreßt wird - vielleicht, damit es dann in internationalen Gremien auf der Seite von Bush ist.

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