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Wednesday 5th of March 2003 Dr. med. Rolf E. Ullner Kinderarzt und Psychotherapeut Namibia PLUS Wochenblatt Lieber Herr Feddersen, Ihr PLUS erhielt ich von einem freundlichen Herrn zu meinem Safari Hemd in die Tüte gesteckt und ein kleines Abenteuer ergab sich durch Witze und Anzeigen hindurch bis zur Fundgrube "Schach - Ecke". Kein Zweifel. Namibia entwickelt sich zu einer Schach - Nation, denn tags zu vor war ich Beobachter einer großartigen privaten Schach - Initiative, die der Beginn einer beispielhaften Bildungskampagne ist: Helmuth und Otto Leicher haben bereits tausenden Schüler an Namibia`s Schulen in die Grundlagen des Schachs eingeweiht. In der Emma Hoogenhout- Schule Windhuk fand der Unterricht in der großen Aula statt: 70 bis 80 Kinder setzten sich unter der Anlleitung von ihrer Lehrerin und und Helmuth Leicher mit unbefangener Freude und kindlicher Konzentration an ihre Schachbretter, stellten die Figuren auf, übten Eröffnungszüge und spielten die Partie dann selbstverantwortlich zu Ende. Als Psychotherapeut war ich fasziniert von der Konzentration, dem selbstverständlichen Akzeptieren des jeweiligen Ergebnisses des Spieles, egal ob Sieg oder Niederlage, der Lernfreude, gepaart mit dem Annehmen der Autorität, die den Weg zu neuen, selbsterfahrbaren Fähigkeiten weist. Dieser erste Eindruck wurde im Gespräch bestätigt: Die Kinder lernen nicht nur Schach, bis hin zur Teilnahme an internationalen Wettbewerben (prächtige Motivation), sondern können sich auch im übrigen Unterricht besser konzentrieren, übernehmen bewußter für das eigene Handeln die Verantwortung und lernen so nebenbei das folgerichtige Planen ihrer eigenen Strategie. Diese Schach - Initiative umfaßt ein komplexes System von persönlichem Einsatz und Begeisterung der Schachlehrer, die Entwicklung und vorallem Weiterentwicklung der auf die spezifischen Verhältnisse in Namibia, sowie Methodik und ihre effiziente Umsetzung in das eigens entwickelte Computerprogramm, Begeisterung und Motivation der Schulleiter und Lehrer, Fund - Raising zur Anschaffung von Schachbrettern und Figuren durch Anfangsfinanzierung durch Standard Bank Namibia sowie in Aussicht gestellte Förderung durch den Rotary Club. Geradezu genial erscheint mir die systematisch ausgebaute Synergie zu sein zwischen der Stärkung von Selbstverantwortung durch den Bezug zur Aktion "True love waits". Dieser Transfer ist möglicherweise ein entscheidender Durchbruch in der AIDS- Prävention, die nach übereinstimmender Forschung bereits im Kindesalter erfolgen muß, durch Stärkung der Verantwortung für das eigene Handeln in sozialer Kompetenz. Wenn ich die bisherigen Erfahrungen betrachte, hoffe ich, daß sich diese Initiative als Modell nicht nur in Namibia flächendeckend durchsetzt, sondern auch im übrigen Afrika und auch an deutsche Verhältnisse adaptiert wird. Fast bin ich versucht , an eine Entwicklungshilfe von Namibia für Deutschland zu denken! Herzliche Grüße Dr. Rolf Ullner |
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