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Verbot der Waterbergfeier - Nujoma: Provokation der höchsten Stufe" Monday 11th of August 2003 Das Ereignis der Woche, des Monats und vielleicht des Jahres ist das Verbot der Waterberg-Gedenkfeier durch den Geschichtsforscher Dr. Nujoma, der nach 40 Jahren solcher Veranstaltungen und im 14. Jahr nach der Unabhängigkeit den Sinn und Unsinn solch einer kleinen Feier entlarvt und - da er einen Bürgerkrieg fürchtet - die Veranstaltung verbietet. Unter Aufbietung seiner Polizei, denn „ich und meine Regierung haben die Pflicht, Frieden, Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten". In der ganzseitigen Anzeige im Regierungsblatt „New Era" wird tonnenweise Gift und Galle gespuckt: Da heißt es wörtlich: „Wenn eine gezielte Provokation und Gefühlslosigkeit zum Zusammenbruch von Recht und Ordnung führt und Frieden, Sicherheit und Stabilität gefährdet, dann hat die Regierung die moralische und verfassungsrechtliche Pflicht, solche Taten zu unterbinden. Deshalb habe ich der nami-bischen Polizei den Befehl erteilt, alles im Rahmen des Gesetzes zu unternehmen, um die Feier der kleinen Gruppe deutschsprachiger Namibier nicht zuzulassen. Die geplanten Feierlichkeiten zielen gegen die Politik der nationalen Versöhnung. Sie würden auch Wunden der Opfer des Völkermordes aufreißen und dies würde zum Zusammenbruch von Recht und Ordnung führen." Nun mag man glauben, die Pfadfindergruppe sei etwas Ähnliches wie die Separatisten im Caprivi. Oder gar Teil einer besonderen „Achse des Terrors". Tatsächlich nahmen in der Vergangenheit aber auch schon Vertreter des He-rero-Königshauses an dieser jährlichen Feier und Kranzniederlegung teil. Man mag erstaunt sein über die Berührungsangst und die staatsmännische Mentalität, mit der hier Kanonen der Staatsgewalt auf Spatzen gesrichtet werden. Man mag sich wundern über die mangelhaften Geschichtskenntnisse und den „politisch korrekten" Bezug zur Kolonialzeit. Aber die Erklärung war nur der Startschuß zum „Gedenkjahr 2004", das nach solch scharfen Formulierungen nur noch viel absurder werden könnte. Weil vielen Mitbürgern das Ge-schichtsverständnis völlig fehlt - und sie gleichzeitig durch US-Anwälte auf den Geschmack von „Wie-dergutmachungs-Geldern" gekommen sind. Da kann es schon mal passieren, daß Staatsmann Nujoma historische Entdeckungen macht, die ihm jahrzehntelang verborgen blieben. Und die er nun eigensinnig und lächerlich interpretiert. Der „Notstand am Wat-erberg" spottet jeder Beschreibung!! Das Machtwort des Dr Nujomas ist gegen die Deutschsprachigen gerichtet. Und die haben wohl im Laufe der letzten 50 Jahre noch nicht genug auf den Deckel bekommen! Notfalls wird die Kolonialzeit neu interpretiert, damit man jenen Stock findet, mit dem der deutsche Hund verprügelt werden kann. Hetzreden und Übertreibungen sind in diesem Zusammenhang wohl noch das geringste Übel. |
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