Bootsbauer Helmut Langmaak wird 75

Friday 15th of August 2003
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Helmut Hans Heinrich Langmaak kam am 17 August 1928 in Boknis (Schleswig-Holstein) als Sohn eines Fischers zur Welt.

Bei der Yacht und Bootswerft Matthiessen & Paulsen in Arnis an der Schlei erlernte er das Handwerk eines Bootsbauers und am 30.09 1946 bestand er die Gesellenprüfung. Dort arbeitete er bis 1953 und nebenbei fischte er, um die Familie zu ernähren.

In der Zeitung entdeckte er ein Inserat "Bootsbauer an der Westküste Afrikas gesucht" und nach mehrmaliger Korrespondenz mit Herrn Fritz Nieswandt einigte man sich auf einen 3-Jahresvertrag (mit Rückfahrkarte !)

Am 22. Juli 1953 ankerte die "Bloem-fontein Castle" in Kapstadt und Helmut Langmaak betrat afrikanischen Boden. Mit dem Zug ging es in 3 Tagen weiter nach Lüderitzbucht .

Anfangs war er entsetzt über diesen "trostlosen Ort", aber das sollte sich bald ändern: Die Arbeitskollegen seinerzeit waren u. a. die Bootsbauer Helmut Klahr, Fiede Matt, Horst Stecher, Bruno Both. Es wurden teilweise zwei Kutter gleichzeitig gebaut, um der Nachfrage nach Fischkuttern gerecht zu werden.

Auch das Sozialleben in Lüderitzbucht war keineswegs trübe.

Bald baute Helmut den ersten Piraten an der Westküste, das Segelboot "Windspiel", In Lüderitz befand sich die einzige Bootsbauerfirma an der Westküste, die Kutter aus Holz baute, und „an gut der Hälfte aller Kutter, die an der Westküste gebaut wurden, hat Helmut Langmaak Hand angelegt". Und er war u. a. Gründungsmitglied des heutigen Lüderitz Yacht Clubs. Bis er 60 Jahre alt wurde, war der Jubilar bei den Ruderrennen zum Bockbierfest des Yacht Clubs „uneinholbar". Der viel jüngere Otto Wiechert konnte ihm später immerhin „das wasser reichen". Ähnlich bei der „Schnitzeljagd": Helmut Langmaak war als Vorschotmann beim Segeln während der Schnitzeljagd „unschlagbar" (Zitat: Hubert Rilk). Er genoß das Junggesellenleben in vollen Zügen, und Horst Pape erinnert sich gern an kleine Geschehnisse dieser Zeit:

Einst segelten Fiede Matt, Horst Pape, Karlheinz Rawe, Horst Stecher und Helmut an den Achatstrand, um dort die Nacht über zu kampieren. Der Wind nahm ungemein zu, und man ging abends früh an Land, wo die Theorie des Segelsports abends enorm vertieft wurde - mit Hilfe einiger Kästen Bier. Als sich die Mitternacht näherte, entschloß sich Fiede Matt, noch einen Törn zu machen.

Trotz der Überredungskunst der anderen ließ er sich nicht davon abhalten, gab kurzerhand den Befehl "Leinen los" und setzte die Segel. Dabei vergaß man, den Anker zu lichten und die Mannschaft ging kurzerhand baden.Die Klamotten wurden zum Trocknen aufs Schwemmholz gelegt, welches man angesteckt hatte, um sich zu erwär-men. Während der Nacht und bei gutem Schnaps vergaß man zwar nicht, Holz nachzulegen, wohl aber die Klamotten. Und so ergab sich, daß bei der Heimfahrt nicht mehr alle Segler mit Unterhosen ausgestattet waren.

Horst Pape ist auch der Meinung, daß Helmut in seiner Zeit als Junggeselle das meiste Geld für Haarwasser ausgegeben hat, - aber genützt hat es trotzdem nichts!

Helmut war der einzige Junggeselle, der eine nette Wohnung hatte. Er legte großen Wert auf Ordung. Gemäß Horst Pape hatte er anfangs immer sein Bier flaschenweise aus dem Kleiderschrank gereicht, aber die Meute gab erst Ruhe, wenn die ganze Kiste unter dem Tisch stand.

Auch musikalisch begeisterte Helmut sich. Eine Band mit Ernst Jäcksch (Geige) Helmut (Schlagzeug) Peter Kurz (Klavier) Horst Pape (Akkordeon) wurde geformt und außer in Lüderitz spielte man auch u. a. in Helmeringhausen auf und zum 50. Jubiläum des Keet-manshoop Turnvereins.

Am 20. Dezember 1958 heiratete Helmut Langmaak seine Inge, eine Lüderitzbuchterin, geboren in Kol-mannskuppe. An Rückkehr nach Deutschland war nicht mehr zu denken. Was wohl mit der Rückfahrtkarte passiert ist?

Irgendwann siedelte Helmut um von Nieswandt Boatyards nach SWAFIL (heute Seaflower), wo er weiter Boote baute und reparierte bis zu seiner Pension im Alter von 67 Jahren. In diese Zeit fällt der Bau der „Krustatia" 9später Angra Pequena"- für den Langustenfang. Der ehemalige Kutter mit Doppelmotor wird demnächst von Robert von as als Motorsegler eingesetzt.

Helmut kehrte nur einmal mit Inge nach Deutschland zurück. Das war im Urlaub 1982.

Helmut Langmaak diente auch für viele Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr, aber heute ist er nicht mehr aktiv. Allerdings läßt er sich gern hin und wieder zum Feuerwehrschuppen einladen, um einen Brand mit den "Jungbullen" zu löschen.

Was tut er heute in Lüderitz?

Das Ehepaar Langmaak genießt den Ruhestand, und Helmut beschäftigt sich mit Fischeräuchern,"klüddern" in seiner Garage und ab und zu fährt er in den Hafen und ratscht mit alten Kollegen und Freunden. Sein Kombi ist leicht zu erkennen: Das einzige Fahrzeug in Lüderitz, welches von hinten statt von vorn "gesandblastet" ist.

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