Idi Amin ist tot

Saturday 23rd 2003f August 2003
Hans Feddersen

Charles Taylor spielt freiwillig das „Opferlamm" und zieht ins Exil, damit sein Volk leben kann. Dabei hat er höchst persönlich die Leiden des Volkes in Liberia zu verantworten. - Auch Saddam Hussein hätte ins Exil gehen können, um den Krieg zu verhindern. Und aus Harare verlautet, daß Mugabe bereit sei, im Dezember den Vorsitz der Partei abzugeben und ins Exil zu gehen, sobald man ihm garantiert, daß er nicht wegen Menschenrechtsverletzungen vor ein internationales Gericht zitiert wird. - Ein bulliger Schwarzer, der zwischen 1951 und 1960 ugandischer Meister im Schwergewichtsboxen war, lebte seit 1979 im Exil. Nun ist der Idi tot! Man nannte ihn den „Schlächter von Afrika", den „Politclown" und „Monster". Amin war blutrünstig, ein unberechenbarer Mörder und Diktator, der 300 000 Ugander umbringen ließ. Idi Amin „Dada" hat seine Jugend nicht auf der Schulbank verbracht. Er besuchte nur vier Klassen und hatte Schwierigkeiten zu lesen und zu schreiben. Seine Passion war das Militär. In der britischen Kolonialarmee diente er sich vom Küchenjungen zum Offizier hoch. Später sollte er zu offiziellen Feiern stets in der Uniform eines Feldmarschalls erscheinen. Durch einen Militärputsch kam er 1971 an die Macht. London beeilte sich als eines der ersten Länder, das Militärregime anzuerkennen, was man später bitter bereute (ähnlich wie später in Rhodesien/ Simbabwe). Der starke Mann in Kampala ließ sich schnell als Herrscher auf Lebenszeit bestätigen und wies 1972 rund 50 000 Asiaten mit britischem Paß aus. Damit entzog er dem Land die wichtigste wirtschaftliche Basis. Dann enteignete er ausländische Firmen; die Wirtschaft brach zusammen. 1979 marschierten tansanische Truppen und Exil-Ugander ein und stürzten Amin. Er floh zunächst zum alten Gönner Gaddafi nach Libyen und von dort nach Saudi-Arabien, wo politisches Asyl und eine Villa ihn erwarteten. Als er 75 Jahre alt wurde, deutete er gar eine Rückkehr nach Uganda an. Dort hatte der Sohn Hadschi Ali das zerstörte Elternhaus bereits wieder aufgebaut. Aber in Uganda wartete niemand auf „Big Daddy". Man kann aus der Geschichte lernen... Immerhin gibt es (noch) keine Amin-Straße in Windhoek

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