Chinesische Völkerwanderung - Sorge um Sicherheit im Staatspalast

Friday 26th of September 2003
Hans Feddersen

Wer als Namibier auf den endlos weiten Strecken unterwegs ist und dabei kaum Menschen trifft, kann sich nicht vorstellen, daß in anderen Teilen unserer Welt Millionen und gar Milliarden von Menschen wie Ameisen auf kleinstem Raum leben. Zum Beispiel die Chinesen... Das nötigt uns Respekt ab. Und siehe da: in Namibia dürfen sie sich unbehindert ausbreiten. Jedes kleinste Dorf hat inzwischen einen China-Shop... Doch damit nicht genug. Unser Oberbefehlshaber der Streitkräfte hat erstmals seit der Unabhängigkeit in der Öffentlichkeit eine Uniform angehabt, alsc der Heldentag „nachgefeiert" wurde. Und was für eine eindrucksvolle Uniform. Nehmen wir sie etwas unter die Lupe, dann fällt zunächst die seltsame grünliche Tarnfarbe auf. Das Lametta schien irgendwie recht flüchtig daraufgepappt worden zu sein, z.B. die Generals-Rangabzeichen... Und besondere Aufmerksamkeit verdient der Schnitt: ein verkappter chinesischer Stehkragen! Tatsächlich. Vermutlich war dies das Debut eines chinesischen Stehkragens bei einer namibischen Militäruniform... Womit wir schon wieder bei den Chinesen sind. Die dörfen nämlich auch beim Bau des Staatspalastes helfen, den der Staatschef als Geschenk an seinen Nachfolger errichten läßt. Zwar führen ein paar Nordkoreaner die Oberaufsicht (wie schon beim Heldenacker), aber - arbeitslose Namibier haben keine Chance. Vielleicht werden Chinesen ja auch als Fußvolk im neuen Film über unseren Präsidenten engagiert. Da könnte man Millionen von ihnen unterbringen... Deshalb kostet der Film dann auch „nur" 50 Millionen, was für ein Oscar-verdächtiges Produkt noch wenig ist. Aber Herr Präsident, wie steht es um Ihre Sicherheit? Das dürfte doch wohl ein Grund sein, warum Namibier nicht beteiligt sind. Das Projekt Staatspalast wurde ja nicht einmal per öffentlichem Preisangebot (Tender) ausgeschrieben. Aber Chinesen dürfen helfen... Herr Präsident, wir sind um Ihre Sicherheit besorgt!

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