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Saturday 29th of November 2003 Namibias Regierung wird in zwei Fällen nachgeben: Die Weltbank wird wohl nicht wieder als „Agent des Imperialismus" verteufelt, sobald sie uns ein Darlehen zur Modernisierung des Erziehungswesens gegeben hat. Und wenn wir Dürrehilfe erhalten - also: wenn die Geberländer keine unbequemen Fragen über unsere Ausgaben und „good governance" stellen -, dann werden wir wohl auch unsere Zungen zügeln, sobald es gegen die westlichen Imperialisten geht. Deshalb ist unsere Freundschaft zum kranken, alten Staatschef Simbabwes erst recht unverständlich. Am 14. November besucht Mugabe (heimlich) Namibia. Bis heute haben weder Präsident Nujoma noch sein Außenminister Hamutenya auch nur annähernd versucht, diesen Besuch zu begründen. Also wuchern die Gerüchte. Eines davon: Mugabe leide an Prostata-Krebs und habe sich in Windhoek behandeln lassen. (Ironie des Schicksals: In dieser Woche brachte das NBC-Fernsehen einen ausführlichen Bericht, daß technische Geräte für Chemotherapie im Staatskrankenhaus defekt sind). Der Mugabe-Besuch wurde immer kontroverser: MISA und NGfM veranstalteten eine kleine Protest-Demo im Zoopark. Daraufhin ließ die Regierung verlauten, NGfM-Chef Phil ya Nangolo sei vom CIA finanziert und ein Feind des Staates (Namibia). Daraufhin wehrten sich amerikanische Juristen und Menschenrechtler gegen diesen Vorwurf. Kopien gingen an mehrere Botschaften. Aber nichts erschüttert die Allianz Nujoma-Mugabe, die ein wenig an das Freundschaftsbündnis Blair-Bush erinnert. Während Oppositionelle in Simbabwe Mugabe aufgrund von Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen verurteilen, wird er von Nujoma umarmt. Bedauerlich, daß das namibische Volk über den Mugabe-Besuch überhaupt nicht informiert wurde! Deshalb das Gerücht, Mugabe habe sich ein Grundstück für eine Villa in Terrace Bay ausgesucht, wo er seinen „Lebensabend im Exil" verbringen möchte. Nujoma, ein Freund der Tyrannen und Diktatoren? Aber halt! Namibia hat doch eine Demokratie, die es zu verteidigen gilt. Und wir unterschreiben die Menschenrechte. Vielleicht ist es verständlich, daß nach dem heimlichen Mugabe-Besuch weitere Fragen offen sind. Und an eine eventuelle Strategie des „konstruktiven Engagements" glaubt niemand, solange Nujoma noch keine Kritik an Mugabe äußerte. Die Tatsache, daß die namibischen Wähler nicht informiert werden, wirft einen Schatten auf unsere hochgelobte Verfassung. Hier sei auch die Frage erlaubt, warum unsere (staatliche?) Medien nicht über Simbabwe informieren. Ist das etwa Teil der Taktik? Nun aber sind zumindest die Geldgeber gefordert: Angesichts der angespannten Finanzlage in vielen Staaten der „westlichen, kapitalistischen Welt" wird irgendwann irgendwer auf die Idee kommen, sich nach der Symbolik des Staatspalastes zu erkundigen... angesichts der jüngsten Bitte um Dürrehilfe. Und angesichts der Absicht, sich Geld zur Reformierung des Erziehungswesens von der Weltbank zu leihen. Und man wird sich fragen, wann Nujoma solche Geldgeber als „Agenten des Imperialismus" in großer Freundschaft zu Nordkorea, China, Kuba und Mugabe ablehnen darf und wann er ins Bettlergewand schlüpfen darf. |
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