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Saturday 31st of January 2004 Sie piekt nicht, sie sticht – die Distel. Genau wie das Programm der Kabarett-Gruppe „Die Distel", die am 21. und 22. Januar in Swakopmund gastierte. Gezeigt wurde unser aller Alptraum von einem deutschen Paar: gefangen in Vorurteilen und Äußerlichkeiten, geprägt von Unzufriedenheit und Unmut und das obwohl die Schrebergartenkolonie doch solch ein Paradies ist.. Das Menschenbild, das die Distel entwarf, war erschreckend, weil es so wahr, so echt wirkte, und zugleich schaurig schön, weil wir uns in der Gewissheit wiegen konnten, eben nicht so zu sein und deswegen darüber lachen durften. Obwohl uns dann und wann dieses Lachen im Halse stecken zu bleiben schien, wenn der eine Satz gefallen war, in dem wir uns selbst wieder erkannten. Das ist Kabarett, das macht Kabarett aus und das hat uns die Distel vollendet vorgeführt. Die „Distel" gehört zu den ältesten und berühmtesten Kabarett-Gruppen in Deutschland. Warum, so fragt sich der - neu angekommene - Laie, kommt eine solch hochkarätige Gruppe zu einem Gastspiel nach Swakopmund? Günther Kesselmann, der Vorsitzende der Swakopmunder Kulturvereinigung, schmunzelt leicht, während er seine Antwort gibt: „Wir sind nicht am Ende der Welt und haben viel zu bieten. Doch Kontakte, Beziehungen, Freundschaften – das sind unsere Zugpferde. Finanziell könnten wir uns viele der Künstler, die hier schon aufgetreten sind, eigentlich gar nicht leisten. Aber auf einer persönlichen Basis wird es dann möglich." Der eine hat Freunde hier, die er besucht und er erklärt sich dann zu einem Auftritt bereit, der andere wollte schon immer mal Namibia kennen lernen und so hat jeder Künstler seinen individuellen Grund für einen Abstecher hierher. So auch im Fall der Distel: Der Swakopmunder Hotelier Adler hatte bei einem Deutschlandbesuch vor einigen Jahren eine Vorstellung der Distel besucht und war begeistert. Nach der Aufführung ergab sich ein Gespräch und dabei entstand die Idee, der die Einladung folgte: die Distel sollte in Swakopmund auftreten. Das war vor zwei Jahren. Möglich gemacht wurde damals wie heute die Reise durch Zuschüsse kultureller Stiftungen in Deutschland und hier durch viel Engagement und Einsatz der Mitglieder der Swakopmunder Kulturvereinigung; allen voran wieder Herr Adler, der die Künstler in seinem Hotel kostenfrei unterbrachte. Neben der kompletten Organisation der Aufführung und allem, was dazu gehört, werden die Gäste rundum betreut: Bisher war jeder nach einem Ausflug in die Wüste bereit, wieder zu kommen. „Das liegt sicherlich auch an der begeisterten Aufnahme der Programme durch das dankbare und zugleich auch kritische Publikum.", meint Günther Kesselmann. Doch die Swakopmunder Kulturvereinigung ist mehr als ein „Importeur" europäischer Gastspiele! Auch wenn diese als große Publikumsmagneten die meiste Aufmerksamkeit bekommen, so sind die vielen kleineren Veranstaltungen, die aus dem Verein selbst heraus entstehen, die Basis seiner erfolgreichen Arbeit. Neben einer jährlichen eigene Theater- oder Kabarettproduktion, kleinen Konzerten und der Beteiligung an der Swakopmunder Musikwoche stehen auch Vorträge und Ausstellungen auf dem Plan des Vereins. In den nächsten Monaten veranstaltet der Kulturverein einen Rezitationswettbewerb, eröffnet eine Gemälde-Ausstellungen mit Werken von Ulrich Schwanecke, hat die Gruppe „Singer-pur" zu Gast und gibt ein Osterkonzert. |
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