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Saturday 31st of January 2004 Am 11. Januar 1879 drangen britische Kolonialisten in das damalige Zululand ein. Sieben Monate später endete einer der blutigsten Kriege, als Zulukönig Setschwayo gefangen und ins Exil verbannt wurde. Damit bahnte sich das Ende des einst mächtigen Zulureiches an, das schließlich von Natal annektiert wurde. Heute ist KwaZulu Natal Teil Südafrikas, das seit zehn Jahren eine demokratische Verfassung hat. Am Samstag, 24. Januar 2004, fand in Isandlwana (wo die Briten vor 125 Jahren ihre wohl größte Niederlage als Kolonialmacht auf afrikanischem Boden erlitten hatten) eine Versammlung statt, die auch für uns in Namibia ganz interessant war. Der von der ANC-Regierung „integrierte" Innenminister Buthelezi kritisierte die regierende Partei, da sie den Status des Zulukönigs und des Königshauses in der Verfassung nicht gebührend anerkannt habe. Die zehn Jahre Demokratie seien „eine Kette leerer Versprechungen" gewesen. Nun sollten die Zuluwähler ihren Willen bei der Parlamentswahl zum Ausdruck bringen, die in diesem Jahr in Südafrika stattfinden wird. Man merkt schon: Es gibt mehrere Parallelen zur Lage in Namibia. Hier übernimmt Chief Riruako die Rolle Buthelezis... Auch hier können sich traditionelle Stammeshäuptlinge (Könige) nicht gut an Demokratie gewöhnen. Man erinnert sich an die Konflikte zwischen Zulus (Inkatha) und ANC vor 1994. Ethnizität und Stammesdenken in Afrika können nicht durch den Federstrich unter eine demokratische Verfassung susgelöscht werden. Es kommt aber noch dicker! Denn wir kennen die Bemühungen unseres NUDO-Chefs Riruako um Wiedergutmachung. Er hat u.a. schon deutsche Unternehmen und die Regierung vor ein Gericht in den USA zitiert. Und nun ereignete sich in Isandlwana am Samstag etwas, das und in Namibia ganz besonders interessieren sollte. Zulukönig Goodwill Zwelithini forderte nämlich Wiedergutmachung von „Britannien und anderen Ländern", die in der Vergangenheit in das Zulugebiet eingedrungen seien. Die Provinz KwaZulu Natal leide unter Armut und Aids. Nationen, die versucht hätten, das Zululand zu besetzen, müßten heute für den Wiederaufbau und den Kampf gegen Aids und Armut bezahlen. Töne, die wir doch schon irgendwo und irgendwann gehört haben! In Namibia zahlt die ehemalige Kolonialmacht Entwicklungshilfe an die gesamte Nation. Mit dieser Formel läßt sich durchaus leben. Wenn jedoch in Zukunft ein unterdrücktes und besiegtes Volk nach dem anderen plötzlich Forderungen nach Wiedergutmachung stellt, entsteht die Frage nach einer Verjährungsfrist. Sonst können demnächst Eskimos, Indianer, sogar Germanen und evtl. auch schon die Neandertaler in der Klägerbank stehen und von ihren ehemaligen Besatzern und Gegnern Riesensummen verlangen. Je nachdem, wie die Geschichte interpretiert wird, ließen sich noch ganz andere Forderungen formulieren... Damit haben jene, die den Präzedenzfall der „Wiedergutmachung" schufen, wohl nie gerechnet. |
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