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Saturday 14th of February 2004
Wer kennt sie eigentlich nicht? Annerose Finkeldey, geborene Rahnfeld, die am 22.Januar 2000 als erste und bisher einzige Namibierin den Silbernen Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval bekam. Annerose Finkeldey, die seit 1975 im WIKA-Komitee dient, die Büttenredner vor ihrem Auftritt betreut und seit Jahrzehnten als feste Säule beim Kartenvorverkauf nicht mehr wegzudenken ist. Annerose, die seit dem 16. Mai 2001 „Oma" ist - und an der Seite von „Finko" auf ein bewegtes Leben zurückblicken kann. Geboren am 13. Februar 1934 in Leubnitz/ Sachsen, erlebt Annerose den Vater ab 1939 kaum noch, denn der wird zur Wehrmacht eingezogen. Eingeschult wird sie 1940 in Werau/ Sachsen, das die Amerikaner fünf Jahre später besetzen, aber nach dem Viermächteabkommen den Sowjets überlassen. Nun muß Annerose in der Schule als Pflichtfach auch Russisch lernen. Als die Unterstützung der Soldatenfrauen und der Kriegshinterbliebenen eingestellt wird und die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln völlig zusammenbricht, beschließt Mutter Rahnfeld die Flucht in den Westen, wo sie 1947 nur mit Handgepäck in Friedberg/ Hessen eintreffen. Mit dem Bildungsziel „Abitur" (Annerose möchte gern Apothekerin werden) wird sie als eines von wenigen Mädchen an einer Aufbauschule für Jungen aufgenommen. 1951 muß sie allerdings schon nach dem „Einjährigen" auf Wunsch der Mutter die Schule verlassen, da der Vater in Rußland als vermißt gemeldet wird und Annerose nun eine Lehre als Apothekenhelferin antritt, um so zum Unterhalt der Familie beizutragen. Am 1. April 1951 beginnt ihre zweijährige Lehrzeit in der Engel-Apotheke in Friedberg, wo sie im ersten Lehrjahr 35 DM bekommt und nach dem Jugendschutzgesetz 24 Werkstage Urlaub beanspruchen darf. Bei der Apothekenkammer in Frankfurt besteht sie am 24. und 25. März 1953 die Apotheker-Helferinnen Prüfung mit der Note „gut" und ab 1. April 1953 bis zum 31. Oktober 1954 arbeitet sie in der Engel-Apotheke. Nur diese 18 Monate, denn seit Februar 1954 war alles Schlag auf Schlag gegangen. Annerose hatte im Februar 1954 Finko kennengelernt, der mit seinen Freunden Fritz Kaufmann, Erno Mühr, Bob Neuhaus, Bernd Riemer per Schiff zum Karneval nach Deutschland gefahren ist, und zwar ausdrücklich auf "Brautschau". An Pfingsten 1954 hatten sich die beiden verlobt.Das geschah auf dem Stiftungsfest der Landsmannschaft „Cimbria", der Finko als „alter Herr" angehörte. Finko hatte mit noch anderen Studenten 1949 die Landsmanschaft Cimbria wieder neu gegründet. Finko mußte zurück in seine Wahlheimat SWA, wo ihn Onkel Gustav Rosenthal in Outjo engagiert hatte und er dann bald in Windhoek tätig wurde. Am 13. August 1954 fand die Ferntrauung „by proxy" statt.Anfang November wandert Annerose mit der „MS Waterman" via Kapstadt nach SWA aus, wo sie am 20. November 1954, einem Samstag, in Walfischbucht landet. Montag, 22. November, war der erste Arbeitstag bei Fritz Hellmann im Büro der Viktoria/ Conti Apotheke. Über die 8-stündige Fahrt auf der Sandstraße von Walfischbucht nach Windhoek berichtet Finko: „Naja, durch die Namib ging es ja noch zügig, aber später gab es viele Riviere - und in Usakos mußte mit dem ersten Bier Staub, Dreck und Sand hinuntergespült werden. Auch in Karibib, Wilhelmstal, Okasise und Okahandja ging eine halbe Stunde für Bier drauf. Man kann also drei Stunden Erholung von den Strapazen mitrechnen... und so kommen 8 Stunden Fahrt zusammen." Nun mußte Annerose Englisch lernen und in Pfund, Shilling und Pence rechnen. Bevor die „richtige", die kirchliche Trauung in der Christuskirche stattfand (am 13. Februar 1955, Anneroses 21. Geburtstag) arbeitete sie noch in der Langerhans-Apotheke und der Umzug in die Mietwohnung (Eckenbrecher Haus von Willi Frewer). 1958 kaufte Ehepaar Finkeldey ein eigenes Grundstück, wo im Mai die „Grundsteinlegung für unser Haus und den ersten Sohn Hanno" stattfand. Zu Weihnachten 1958 konnten sie in die eigene Wohnung einziehen. Bis zum 31. Januar 1959, also eine Woche vor Hannos Geburt, war Annerose in verschiedenen Apotheken tätig. Es folgte eine Karriere als Hausfrau, bis auch der zweite Sohn Jörg in die Schule bzw. in den Kindergarten gehen konnte. 1964 geht Annerose wieder halbtags in der Apotheke arbeiten, weil beide Kinder vormittags aus dem Haus sind. Seit Mitte der 70er Jahre widmet sie sich Jahr für Jahr dem Karneval. Für die Komiteemitglieder beginnt die nächste Session bekanntlich gleich nach Ablauf eines Karnevals mit Vorbereitungen, damit die 10 Tage Karneval zu dem Erfolg werden können, den er nun einmal seit über 50 Jahren ist. Nach 1976 sind nun beide Söhne aus dem Haus und die Familie kommt nur noch in den Ferien und manchmal auch zu Weihnachten zusammen. Man darf Finko glauben, wenn er ausdrücklich betont, daß sich die Erziehung der beiden Söhne, die zum großen Teil in Anneroses Händen lag, in jeder Hinsicht ausgezahlt hat. Annerose arbeitete volltags UND erzog die Söhne, beaufsichtigte sie bei den Hausaufgaben. Auf die Söhne kann man stolz sein! Beide sind erfolgreich: Hanno in Kapstadt, Jörg in Florida! An diesem Freitag, den 13. denkt Annerose auch an das Jahr 2000 zurück: „An meinem Geburtstag und unserem 45. Hochzeitstag am 13.Februar 2000 heiratete Jörg Ulla Theissen in der Christuskirche, wie wir 45 Jahre davor." Am 16. Mai 2001 wird der erste Enkelsohn „Miko" geboren, im November 2002 folgte das zweite Enkelkind „Max", bei dessen Geburt Annerose Ulla in Boca Raton beigestanden hat. Zum 70. gratulieren wir ganz herzlich! |
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